Schottergärten in Zukunft verboten
Schottergärten in Zukunft verboten
Sinzheim (nie) - Mit den Worten "wir müssen jetzt etwas tun" hat Agnes Lemcke (Grüne) am Mittwoch an die Vernunft der restlichen Mitglieder des Sinzheimer Gemeinderats appelliert. Zur Abstimmung stand bei dieser Aussage, ob in neuen Bebauungsplänen sowie bei Aktualisierungen und Änderungen solcher Pläne ein Verbot für Splitt- und Schottergärten aufgenommen werden soll.

Die Grünen-Fraktion hatte dieses Verbot in einem Antrag an die Gemeindeverwaltung gefordert. "Die Schotterflächen weisen ökologisch keinen weiteren Nutzen auf und stehen daher insbesondere im Vergleich zu normalen Steingärten, die einen natürlichen Lebensraum für verschiedene Arten darstellen, massiv in der Kritik", und zwar bundesweit, so ist den Sitzungsunterlagen zu entnehmen. "Weiterhin heizen sich die Steinflächen vor allem im Sommer enorm auf und bilden Hitzeinseln, die klimatechnisch kritisch zu betrachten sind."

Siegfried Boos (Freien Wähler) erinnerte an das Artensterben und meinte: "Schottergärten sind kontraproduktiv." Er regte an, auch Schottergräber zu verbieten. Kurt Rohner (FDP) hielt nichts von dem Verbot, das einen "unzumutbaren Einschnitt" ins Bauen auf Sinzheimer Gemarkung für die Bürger darstelle. Und auch Gabriel Schlindwein (CDU) sagte, er wolle die Bauwilligen in dieser Hinsicht nicht bevormunden. Norbert Ernst (Freie Wähler) nannte es "sinnvoll", in Bebauungsplänen dieses Verbot zu konkretisieren.

Schließlich stimmte das Gremium mehrheitlich für das Verbot. Bürgermeister Erik Ernst wies darauf hin, dass der Bestandsschutz gelte und sich dieses Verbot daher nur auf Neuerungen beziehe.

Foto: Carmen Jaspersen/dpa

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