Verschobene Realschul-Abschlussprüfung: Schüler verärgert
Verschobene Realschul-Abschlussprüfung: Schüler verärgert
Stuttgart (lsw) - Der Landesschülerbeirat zeigt sich verärgert angesichts der verschobenen Realschulprüfung im Fach Deutsch. "Das bedeutet eine Belastung und mehr Stress für die Schüler", sagte die Sprecherin des Gremiums, Madeleine Schweizerhof, am Dienstag.

Es sei bedauerlich, dass wenige so vielen schaden könnten. Die neue Vorbereitung auf die Deutschprüfung sei umso ärgerlicher, da die Mathe- und Englischprüfungen noch vor dem auf den 27. April verschobenen Termin lägen. "Ich kann das nicht nachvollziehen - man schadet sich ja selbst", sagte die 18-Jährige, die gerade an einem beruflichen Gymnasium ihr Abitur ablegt.

40.000 betroffene Schüler

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) bedauert die Verschiebung der Realschul-Abschlussprüfung wegen eines geöffneten Umschlags mit Prüfungsaufgaben. "Mir tut es unendlich leid. Aber uns blieb nichts anderes übrig", sagte sie am Dienstag dem SWR. "Das Risiko war schlicht zu groß, dass die Aufgaben nachher im Netz kursieren."

Unbekannte hatten in einer Schule in Bad Urach (Kreis Reutlingen) einen Umschlag mit den Aufgaben für die Realschüler im Fach Deutsch geöffnet. Betroffen sind laut Ministerium etwa 40.000 Schüler. Die Schule selbst hat nach eigenen Angaben 480 Schüler, davon 96 in der Abschlussklasse.

Ein Plan B fehlt

Sie hatte den geöffneten Umschlag mit beschädigtem Siegel am vergangenen Freitag bemerkt. Ein früherer Prüfungstermin ist laut Ministerium nicht möglich, weil die Aufgaben nicht schneller gedruckt und an alle Schulen gesendet werden können.

Schweizerhof monierte, es fehle ein Plan B für solche Fälle. Eine zweite Tranche alternativer Aufgaben könne den Schulen digital zugeschickt werden, die im Notfall dort ausgedruckt werden könnten. Der Landesschülerbeirat vertritt die Interessen von rund 1,5 Millionen Schülern im Südwesten. Er berät das Kultusministerium.