Querungshilfe: Stadträte sehen Gefahrenpotenzial
Zu wenig Platz für Radfahrer? Die Querungshilfe bei der Tennishalle im Berliner Ring sorgt für Diskussion.  Foto: Mauderer
Rastatt (ema) - Die Proteste unter den Anwohnern des Berliner Rings und der Baldenaustraße wegen der Verkehrsbelastung sind zwar weitgehend verstummt. Dafür wurde jetzt im Ratssaal Klage geführt - ausgerechnet gegen eine Maßnahme, die für mehr Sicherheit und weniger Lärm im Berliner Ring sorgen soll.

Es geht um eine Querungshilfe zwischen Ötigheimer Weg und der 90-Grad-Kurve (bei der Tennishalle), die die Verwaltung im Zuge der Diskussion über die Verkehrssituation auf der Baldenau versprochen hatte. Markus Fraß, Leiter des Fachbereichs Bauen und Verkehr, kündigte im Verwaltungs- und Finanzausschuss an, dass die Maßnahme heute fertiggestellt werden soll.

Fraktionsübergreifend wurde indes Kritik laut. Am Ratstisch wurde die Befürchtung geäußert, dass für Radfahrer kein Platz sei. Autofahrer müssten auf den Radweg ausweichen, eine Vollbremsung hinlegen oder auf die Mittelinsel fahren, um eine Kollision mit einem Radfahrer zu vermeiden. Für Ortsunkundige sei dies gefährlich.

Fraß entgegnete, dass die Maßnahme regelkonform umgesetzt werde. Die Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer sei aus großer Entfernung erkennbar; ein Richtungspfeil unterstreiche die Verkehrslage.

Vorschläge aus dem Gremium, Pfeile auf die Fahrbahn zu malen oder gar einen Zebrastreifen anzulegen, wies OB Hans Jürgen Pütsch zurück. Man könne nicht ständig auf Zuruf Maßnahmen ergreifen; dann wären die Straßen irgendwann "voll bemalt", so der OB. Und für einen Zebrastreifen fehle die gesetzliche Voraussetzung, da die Fußgängerfrequenz in dem Bereich zu gering sei.

Anfang des Jahres hatte die Verwaltung angekündigt, noch eine weitere Querungshilfe anzugehen. Sie soll in der Baldenaustraße zwischen Richard-Strauss-Straße und der 90-Grad-Kurve errichtet werden.

Foto: Mauderer

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