Tödlicher Unfall: Zwei Jahre und sechs Monate Haft
Tödlicher Unfall: Zwei Jahre und sechs Monate Haft


Gaggenau (tom/red) - Der 48-jährige Angeklagte, der im Juli 2018 in Gaggenau eine 54-Jährige und ihren sieben Monate alten Enkel angefahren und tödlich verletzt hatte, ist am Freitag zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Das Rastatter Schöffengericht ging damit beim Strafmaß über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus.

Axel Isak, Leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Baden-Baden, hatte zwei Jahre und vier Monate Haft für den Angeklagten gefordert.

Er warf ihm fahrlässige Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs sowie eine vorsätzliche Trunkenheitsfahrt und unerlaubtes Entfernen vom Unfallort vor. Drittens wurde dem 48-Jährigen unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln in nicht unerheblicher Menge zur Last gelegt.

Verteidiger Uwe Kirsch räumte im Namen seines Mandanten die Schuld an dem schrecklichen Unfall ein. Er legte sich in seinen Ausführungen allerdings nicht auf ein Strafmaß fest. Der Angeklagte habe sich inzwischen daran gemacht, "aus den Trümmern" sein Leben wiederaufzubauen. Unter der moralischen Schuld werde sein Mandant aber immer zu leiden haben.

Der Angeklagte sagte in seinem Schlusswort, dass ihm das Geschehene leid tue, er es aber nicht rückgängig machen könne.

Unter anderem der fahrlässigen Tötung für schuldig befunden

Der Angeklagte hatte die Frau und ihren Enkel auf dem Gehweg neben der Gaggenauer Goethestraße erfasst und flüchtete danach, ohne sich um die Opfer zu kümmern. Die Frau starb noch am Unfallort, das Kind kurze Zeit später in einer Klinik. Das Gericht verurteilte ihn unter anderem wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen, Fahrerflucht und Trunkenheit am Steuer. Zudem wurde auch der Besitz von Drogen in nicht geringem Umfang mitverhandelt. Bei einer Hausdurchsuchung waren diese gefunden worden.

Haftstrafe ohne Bewährung

Die Haftstrafe kann nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Zudem wurde eine dreijährige Führerscheinsperre verhängt. Der Verurteilte hat die Kosten des Verfahrens zu tragen, entschied das Gericht weiter. Er kann innerhalb einer Woche Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen. In der Urteilsbegründung führte das Gericht unter anderem aus, dass der Mann zwar alkoholbedingt enthemmt, aber nicht erheblich vermindert schuldfähig gewesen sei.

Fotos: Frank Vetter

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