Erinnerung an Fußball-Pionier
Erinnerung an Fußball-Pionier
Karlsruhe/Baden-Baden (win) - Ohne Walther Bensemann, der Ende des 19. Jahrhunderts in Karlsruhe die ersten Fußballvereine gründete, hätte sich König Fußball in Deutschland ganz sicher anders entwickelt. Seit dieser Woche erinnert eine Stele am Karlsruher Engländerplatz, dem vermutlich ersten Bolzplatz Süddeutschlands, an den Mann, der ab 1889 "den Fußball nach Deutschland brachte", wie Bernd-M. Beyer in seinem Roman über Bensemann schreibt.

Im Spätsommer 1889 hatte Bensemann, damals Schüler am heutigen Bismarck-Gymnasium, sich einen Fußball schicken lassen, der morgens aufgepumpt wurde und bereits in der 10-Uhr-Pause eine Fensterscheibe zertrümmerte. Die jungen Kicker wurden daraufhin vom Schuldirektor auf den heutigen Engländerplatz geschickt, wo wenig später mit dem International Footballclub Karlsruhe der erste Fußballverein Süddeutschlands gegründet wurde. Bis Ende des Jahrhunderts war Bensemann an der Gründung zahlreicher Vereine beteiligt, in Baden-Baden, Frankfurt und selbst in München.

Sport als Beitrag zur Völkerverständigung

Bensemann, und vor allem das macht ihn aus heutiger Sicht so interessant, sah im Sport stets einen Beitrag zur Völkerverständigung, und so organisierte er ab 1893 auch die ersten Spiele gegen ausländische Mannschaften. Das 2:1 einer Süddeutschen Auswahl im Oktober 1893 gegen Lausanne gilt als erstes internationales Spiel der deutschen Fußballgeschichte. Mit Bensemann, der später in Konstanz den "Kicker" gründete, sind auch die frühen Erfolge Karlsruher Vereine verbunden. 1909 gewann der KSC-Vorläufer FC Phönix die Deutsche Meisterschaft, ein Jahr später war es der Karlsruher FV. "Das waren noch Zeiten", sinnierte OB Frank Mentrup.

Zusammenarbeit mit KSC

Dass endlich mit eine Stele Bensemann gedacht wird, ist vor allem der Zusammenarbeit der KSC Supporters mit dem Fanprojekt des Stadtjugendausschusses zu verdanken. Auch ein "fußballhistorischer Stadtrundgang" wird derzeit entwickelt. "Wir haben hier Fußballgeschichte zum Anfassen", hofft Marco Fuchs von den Supporters auf Teilnehmer auch auswärtiger Vereine.

Foto: Heck

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