Seltener Besuch in Forbach: Hirschkäfer auf Abwegen
Seltener Besuch in Forbach: Hirschkäfer auf Abwegen
Forbach (kv) - "Wie ist der wohl hierhergekommen?" Familie Thom und ihre Nachbarschaft aus Forbach rätselte, als frühmorgens ein rund acht Zentimeter großer Hirschkäfer vor der Garage herumspazierte. "Der hat sich verirrt", meinte Hans-Peter Thom, der den seltenen Käfer erst einmal in einem Karton einquartierte.

Ruhig ließ sich der "Lucanus cervus" auf der Hand seines neuen Vermieters beobachten, die eilends herbeigeeilte BT-Fotografin dagegen zwickte der Käfer herzhaft (und auch ein wenig schmerzhaft) mit seinen Mandibeln (das sind die Oberkiefer, die wie ein Geweih geformt sind). Der Hirschkäfer ist laut Wikipedia das Insekt des Jahres 2012 gewesen - sicherlich auch wegen seiner Seltenheit. In der Roten Liste der gefährdeten Arten wird er als "stark gefährdet" eingestuft.

Käfer in Wald ausgesetzt

Hirschkäfer sind die größten europäischen Käfer, das Exemplar in Forbach dürfte auf Grund seiner Maße ein sehr stattliches Exemplar sein. Eigentlich lebt dieses imposante und seltene Insekt gerne in lichten Eichenwäldern, wo es noch genügend Totholz gibt, in dem die Eier abgelegt werden und die Larven sich entwickeln können. Das "Geweih" des Käfers wird allerdings nicht zur Jagd- oder Nahrungsaufnahme genutzt, höchstens beim Zweikampf um ein Weibchen, wenn die Hirschkäfer sich gegenseitig auch einmal von einem Ast schubsen.

Die Käfer ernähren sich von Pflanzensaft. Während die Larven bis zu acht Jahre für ihre Entwicklung brauchen, leben die erwachsenen Käfer nur drei bis acht Wochen. Den Gast von Familie Thom hat der Hausherr persönlich in den Wald gefahren, denn heimfliegen wollte der Besucher nicht - auch nicht beim Freisetzungsversuch im Garten.

Foto: Vogt

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