Kind gequält und vergewaltigt: Neun Jahre Haft
Kind gequält und vergewaltigt: Neun Jahre Haft
Freiburg (dpa) - Im Fall des jahrelangen Missbrauchs eines Kindes aus Staufen bei Freiburg ist ein 37-jähriger Schweizer zu neun Jahren Gefängnis mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Zudem ordnete das Landgericht Freiburg am Montag die Zahlung von 14.000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer an. Der gelernte Maurer aus dem Kanton St. Gallen hatte zugegeben, den heute neun Jahre alten Jungen dreimal vergewaltigt und dafür Geld gezahlt zu haben.

Verurteilt wurde der Mann unter anderem wegen mehrfacher schwerer Vergewaltigung und Zwangsprostitution. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Pflichtverteidiger Robert Phleps kündigte noch im Gerichtssaal an, Revision einzulegen. Sicherungsverwahrung komme für seinen Mandaten nicht infrage.

Der in Staufen lebende Junge war mehr als zwei Jahre lang im Darknet angeboten und Männern aus dem In- und Ausland gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen worden. Seine Mutter (48) und ihr Lebensgefährte (39) haben dies eingeräumt, beide stehen seit Mitte Juni in Freiburg vor Gericht. Es gibt in dem Fall insgesamt acht Tatverdächtige. Der nun verurteilte Schweizer ist einer von ihnen. Er nahm das Urteil ohne äußerliche Regung entgegen.

"Menschenverachtende Verbrechen"

"Das Kind war dem Angeklagten hilflos ausgeliefert", sagte der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin in der Urteilsbegründung. Es handele sich um "gewaltsame und menschenverachtende Verbrechen". Der Junge sei an einen Stuhl gefesselt, beleidigt, gedemütigt und erniedrigt worden. Zudem habe er eine Strumpfmaske tragen müssen, die lediglich kleine Seh- und Atemschlitze hatte. Eine Chance, sich zu wehren, habe das Kind nicht gehabt.

37-Jähriger gibt sich als Polizist aus

Der arbeitslose Mann war laut Gericht jeweils mehr als 200 Kilometer aus der Schweiz nach Staufen gereist, um sich an dem Jungen zu vergehen. Er gab sich als Polizist aus und drohte dem Jungen, er komme in ein Heim und seine Mutter werde verhaftet, sollte er sich widersetzen. Da von dem Schweizer eine hohe Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe, habe sich das Gericht für Sicherungsverwahrung entschieden, erklärte Bürgelin. Es bestehe ein hohes Rückfallrisiko, sollte der Mann wieder in Freiheit kommen. Auf seinem Rechner und dem Handy seien Tausende kinderpornografische Filme und Fotos gefunden worden.

Zu seinen Taten kam es den Angaben zufolge von Spätherbst 2016 bis Januar 2017. Sie wurden demnach gefilmt und die Aufnahmen an andere weitergeleitet. Die Filme dienten in dem Prozess als Beweismittel. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hatte der Schweizer zudem ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Foto: dpa

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