Landkreis will Grenzen für Schutzgebiet ändern
Landkreis will Grenzen für Schutzgebiet ändern
Rastatt (hli/red) - Die Außengrenzen der Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH), die den Erhalt geschützter Arten gewährleisten sollen, werden neu bestimmt. Im Landkreis Rastatt vergrößert sich dadurch die Fläche der elf FFH-Gebiete des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe von 13.200 auf 13.440 Hektar.

Darüber informierte der Erste Landesbeamte Jörg Peter im Rahmen der jüngsten Sitzung des Kreistagsausschusses für Umwelt, Bau und Planung.

Peter verdeutlichte, dass die Ausweisung als Schutzfläche die Gebiete für eine weitere Nutzung wie zum Beispiel Wohnbebauung oder Fortentwicklung der Gemeinden ausschließe.

Im Hinblick auf die Planung der Ostanbindung an den Baden-Airpark regte die Kreisverwaltung an, falls die K3761 zurückgebaut werde, dieses Gebiet vollständig als FFH-Gebiet auszuweisen und dafür die künftige Ostanbindungstrasse aus der FFH-Kulisse herauszunehmen.

Helmut Pautler (FW) gab ausdrücklich zu Protokoll, dass die Gemeinde Rheinmünster nicht einverstanden sei mit einem ersatzlosen Rückbau der K3761. Auch Manuel Hummel (Grüne) meldete sich zu Wort: Man könne nicht einfach sagen, man nehme ein Teil des Gebietes heraus. Die Herausnahme einer Fläche aus der FFH-Kulisse sei nur möglich, wenn die schützenswerten Arten dort nicht mehr vorlägen.

Unmut in Halberstung

Diese Entscheidung sorgte bei der Bürgerinitiative gegen die Ostanbindung (BI) und der Bürgervereinigung Halberstung (BVH) prompt für Unmut. Der Rückbau der Kreisstraße von Schiftung nach Süden in Richtung Stollhofen sei in den Planfeststellungsunterlagen zum Bau der Airpark-Ostanbindung bereits vorgesehen. Beklagt wird ein rücksichtsloser Umgang mit der Natur. Zudem liege in dem Gebiet, durch das die Ostanbindung laufen soll, die "Schutzzone des Sinzheimer Wasserwerks". Hier drohe durch den Verkehr Gefahr für das Grundwasser.

Archivfoto: pr

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