Nach Messerattacke: Haftbefehl wegen Mordes erlassen
Verdächtiger vor Haftrichter
Offenburg (red) - Nach der tödlichen Messerattacke auf einen Arzt in Offenburg wurde gegen den 26 Jahre alte Tatverdächtigen am Freitagnachmittag Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Der Mann aus Somalia wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Das Motiv für die Tötung des 51 Jahre alten Arztes sei weiter unklar, teilte die Polizei mit.

Der Mann war den Ermittlern zufolge am Donnerstag ohne Termin in die Praxis gekommen und hatte sofort mit einem Messer auf den Mediziner eingestochen. Die anwesende Helferin kam dem Arzt noch zu Hilfe und wurde dabei durch das Messer leicht verletzt. Für den 51-jährigen Mediziner kam jede Hilfe zu spät. Der Mann hinterlässt eine Frau und eine Tochter. Zum Zeitpunkt der Messerattacke war die Praxis bereits geöffnet, neben dem Arzt und der Helferin waren noch Patienten in den Praxisräumen.

26-Jähriger zuvor an zwei Auseinandersetzungen beteiligt

Der aus Somalia stammende Asylbewerber war im November 2015 nach Deutschland eingereist. Seit Anfang Dezember 2015 lebte er in einer Flüchtlingsunterkunft in Offenburg. Dort kam es in jüngster Zeit zu zwei Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Bewohnern, bei denen auch der 26-Jährige beteiligt war. Erst am vergangenen Wochenende musste er nach einem Vorfall eine Nacht im Polizeigewahrsam verbringen.

Weitere Zeugen gesucht

Sollte es noch Zeugen der Tat oder der Flucht des Verdächtigen geben, werden Hinweise telefonisch von der Kriminalpolizei unter der Rufnummer (0781) 212820 entgegengenommen. Der Verdächtige, der sich zwischen 8.45 Uhr und 10 Uhr im Bereich zwischen der Oststadt und der Einmündung Freiburger Straße / Straßburger Straße bewegte, wird folgendermaßen beschrieben: 26 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß, dunkle Hautfarbe, kurze, schwarze Haare, schlanke Statur.

AfD plant Demo

Die AfD plant am Samstag eine Demonstration vor dem Rathaus. Angemeldet seien 50 Teilnehmer, sagte eine Sprecherin der Stadt am Freitag. Die Linke Jugend habe eine Gegendemonstration angemeldet. Die AfD fordert den Rücktritt von Oberbürgermeisterin Edith Schreiner (CDU).

Foto: dpa

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