Konsequenzen nach Messerattacke auf Arzt gefordert
Konsequenzen nach Messerattacke auf Arzt gefordert
Offenburg (lsw) - Angesichts des tödlichen Messerangriffs in Offenburg will die Landesärztekammer Mediziner besser vor Gewalt schützen. "Viele sind natürlich besorgt und überlegen jetzt, einen Alarmknopf einzubauen, wie man das von den Banken schon seit langem kennt", sagte Präsident Ulrich Clever der "Badischen Zeitung" (Samstag).

Ein 26-Jähriger aus Somalia soll am Donnerstag einen Arzt in dessen Praxis in Offenburg mit einem Messer getötet und eine Mitarbeiterin verletzt haben. Das Motiv war noch unklar.

"Auf Ebene der Bundesärztekammer beschäftigen wir uns mit dem Vorschlag, in jeder Landesärztekammer Meldestellen für Gewalt-Vorfälle einzurichten", sagte Clever. "Das sind wir den Kolleginnen und Kollegen, ihren Mitarbeitern wie den Patienten schuldig." Nach einer Erhebung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hätten im vergangenen Jahr 325 Ärzte Gewalt in Praxen erlebt. Vergleichszahlen aus den Vorjahren gebe es allerdings nicht.

Demonstrationen verlaufen friedlich

Als Reaktion auf die Tat versammelten sich am Samstag in Offenburg Hunderte Menschen zu Demonstrationen. Die AfD hatte zu einer Mahnwache aufgerufen. Sie fordert den Rücktritt von Oberbürgermeisterin Edith Schreiner (CDU). Die Linke Jugend hatte daraufhin eine Gegendemonstration angemeldet. Beide Seiten seien am Nachmittag auf dem Marktplatz in Offenburg zusammengetroffen - mit jeweils rund 300 Teilnehmern, sagte ein Polizeisprecher. Es sei friedlich geblieben.

Oberbürgermeisterin Schreiner hatte nach der Tat zur Besonnenheit aufgerufen. "Dass das Tötungsdelikt in unmittelbarer Nähe die Offenburger Bürgerinnen und Bürger bewegt, ist nachvollziehbar und menschlich", hatte Schreiner erklärt. "Doch gerade deshalb appelliere ich an die Offenburger Bürgerschaft, sich besonnen zu verhalten und von Pauschalisierungen abzusehen."

Foto: dpa

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