Land bekommt weniger Polizisten als geplant
Land bekommt weniger Polizisten als geplant
Stuttgart (lsw) - Bis zum Ende der Legislaturperiode wird die Polizei in Baden-Württemberg deutlich schwächer aufgestockt als geplant. Das erklärte Innenminister Thomas Strobl (CDU) auf eine Anfrage der SPD im Stuttgarter Landtag, wie die "Schwäbische Zeitung" (Montag) berichtet.

Strobl hatte angekündigt, bis 2021 insgesamt 900 zusätzliche Stellen für Streifenpolizisten zu schaffen. Laut einer aktuellen Prognose, die dem Blatt vorliegt, werden 2021 im Südwesten 24.700 Polizisten ihren Dienst tun - lediglich 232 mehr als zu Beginn der Legislaturperiode 2016. Das Innenministerium argumentiert mit der anhaltenden Pensionierungswelle und der langen Ausbildungszeit für angehende Polizisten.

Reviere zeitweise nicht besetzen

Damit trotz knapper Personaldecke genug Polizisten auf der Straße sind, sollen manche der rund 150 Reviere zeitweise unbesetzt sein können, wie Strobl demnach erklärte. "Derzeit wird geprüft, ob und bei welchen Organisationseinheiten mit Rund-um-die-Uhr-Besetzung im Einzelfall eine durchgehende personelle Besetzung der Liegenschaft zugunsten der polizeilichen Präsenz zeitweise unterbrochen werden kann."

Ralf Kusterer, Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft, sagte der Zeitung dazu: "Die Polizeigewerkschaft lehnt es ab, dass wir in den derzeitigen Strukturen etwas an den Posten und Revieren ändern.

2 Millionen Stunden Überstunden

Die rund 24.000 Polizisten im Land haben im vergangenen Jahr fast 2 Millionen Stunden Überstunden gemacht. Fast die Hälfte davon fiel beim Polizeipräsidium "Einsatz" in Göppingen an, das auch bundesweit zu Einsätzen gerufen wird. Weitere Spitzenreiter waren nach Angaben des Innenministeriums die Polizeipräsidien Freiburg und Mannheim (jeweils rund 122.000 Stunden) und Stuttgart mit 162.000 Stunden Mehrarbeit.

Die Zahl der Überstunden, die weder vergütet noch in Freizeit geltend gemacht wurden - und von den Beamten quasi wie ein Berg vor sich hergeschoben werden - ist damit erneut gestiegen. Sie lag nach Angaben des Ministeriums im vergangenen Jahr bei 1,39 Millionen Stunden, während es 2015 noch 1,29 Millionen Stunden waren.

Foto: dpa

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