Binz-Kunstwerk vom Abriss bedroht
Jochen Luft und Enkeltochter Leonie vor der Murg-Darstellung von Walter Binz.  Foto: Gareus-Kugel
Gernsbach (vgk) - Wie viele Kunstwerke der 1997 in Baden-Baden verstorbene Künstler Walter Binz hinterlassen hat, ist nicht bekannt. Eines davon ziert seit 16 Jahren die Wand eines Gebäudes in der Loffenauer Straße, das in Gernsbach vor dem Abriss steht.

Das rund sieben Quadratmeter große Kunstwerk beschäftigt sich mit dem Verlauf der Murg, dem Wald und den Orten entlang des Ufers. Noch gut sichtbar sind die Wappen von Bermersbach, Gausbach, Langenbrand, Reichental, Hilpertsau, Lautenbach, Staufenberg, Selbach, Sulzbach, Michelbach und Freiolsheim. Das Gernsbacher Stadtwappen und das seiner Ortsteile Scheuern und Obertsrot sowie das Weisenbacher und Auer Dorfwappen fehlen. Ebenso herausgebrochen wurde das Wappen von Forbach. Ob sie vernichtet wurden oder irgendwo vergessen in einem Karton auf einem Speicher vor sich hinschlummern? Es gibt keine Spur von ihnen.

Als das alte Sparkassengebäude im Herbst 2002 dem heutigen Salmenplatz und dem dort befindlichen Wohn- und Geschäftshaus weichen musste, kaufte Jochen Luft die sieben Quadratmeter große Darstellung, bevor sie der Schrottpresse anheim fiel und stellte sie in seinem Garten auf. Bis dahin schmückte die Plastik das Innere des alten Sparkassengebäudes.

Jetzt suchen der Besitzer und seine Familie ein neues Domizil, wohin das Kunstwerk mit umziehen kann. Bis nächstes Jahr müssen die Lufts das Haus verlassen haben. Die Papiermacherschule ist Besitzer des Grundstücks. Sie plant einen Neubau.

Über den Künstler und sein 1969 geschaffenes Kunstwerk aus Aluminium-Guss ist wenig bekannt. Das Licht der Welt erblickte Binz 1922 in Bodersweier bei Kehl, gibt Stadtarchivar Winfried Wolf Auskunft. 1962 verließen er und seine Frau Erika Geislingen mit dem Ziel Gernsbach.

Foto: Gareus-Kugel

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