Karlsruher Firma Ineratec erhält Deutschen Gründerpreis
Karlsruher Firma Ineratec erhält Deutschen Gründerpreis
Karlsruhe (red) - Die Karlsruher Firma Ineratec ist am Dienstagabend in Berlin beim Deutschen Gründerpreis als Start-Up-Unternehmen des Jahres ausgezeichnet worden. Die drei Ingenieure aus Karlsruhe haben ein Verfahren entwickelt, bei dem aus Abfallprodukten flüssige Treibstoffe erzeugt werden.

Dabei ist es den drei Ingenieuren Tim Böltke, Philipp Engelkamp und Paolo Piermartini gelungen, die dafür erforderliche Technik so kompakt zu bauen, dass sie in einen gängigen Schiffscontainer passt. Vormals hatte es für solche Prozesse große Reaktoren gebraucht. Die fertig montierten, preisgünstigen Kompaktanlagen sind zudem nach dem Baukastensystem konzipiert, sodass sie nach Bedarf erweitert werden können.

Bei dem Verfahren der drei Karlsruher werden beispielsweise typische Abfallgase wie Kohlendioxid oder Methan in hochwertige Kraftstoffe umgewandelt. Wie das Unternehmen auf seiner Homepage erklärt, können die kleinen Anlagen an vielen Stellen eingesetzt werden, wo diese nutzbaren Abfallstoffe entstehen - beispielsweise auf Mülldeponien. Bislang werden dort die künftig nutzbaren Gase häufig einfach verbrannt.

Vorarbeit von 15 Jahren am KIT

Hinter der Firmengründung, die 2016 erfolgte, stehen laut Ineratec mehr als 15 Jahre Forschung am Karlsruher Institut für Technologie, wo sich die Gründer während ihrer wissenschaftlichen Arbeit kennenlernten.

Schnell hätten sich mögliche Abnehmer interessiert gezeigt, heißt es von Ineratec. Mit Audi bestehen beispielsweise bereits Geschäftsbeziehungen. Pilotanlagen laufen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Spanien und Finnland. Weitere starten demnächst in Kanada, Brasilien, Malaysia sowie in der Schweiz.

Die hochkarätig besetzte Auswahljury des Deutschen Gründerpreises bescheinigte den weitsichtigen Ineratec-Gründern nach eigenen Angaben "beeindruckende Zukunftsvisionen, herausragende Kompetenzen und beste Geschäftsaussichten mit einem sehr innovativen, weltweit patentierten Produkt".

Foto: Deutscher Gründerpreis/Dirk Bruniecki

Impressum - Nutzungsbedingungen - Datenschutz