Chemieunfall: Kein strafbares Verhalten
Chemieunfall: Kein strafbares Verhalten
Muggensturm (red) - Nach dem Chemieunfall auf dem Gelände der Firma Tensid in Muggensturm am 3. Juni liegen keine stichhaltigen Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten vor.

Zu diesem Ergebnis kommt die Staatsanwaltschaft Baden-Baden, die deshalb kein strafrechtliches Ermittlungsverfahren einleitet, wie die Behörde mitteilt. In der Lagerhalle zerbarsten mehrere Fässer mit einem Biozid-Produkt, das als Reinigungs- und Desinfektionsmittel in der Lebensmittelindustrie eingesetzt und auf Basis von Salpetersäure hergestellt wird.

Da in der Halle und rundherum nitrose Gase festgestellt wurden, mussten 14 Wohnhäuser evakuiert, der angrenzende Badesee sowie eine S-Bahn-Haltestelle zeitweise gesperrt werden. Der Feuerwehr gelang es in einem komplizierten Einsatz, die Halle zu entlüften und die Gase in einer für die Gesundheit von Menschen unbedenklichen Konzentration in die Umwelt abzulassen. Durch die Bauweise der Halle wurde ein Eintritt von Chemikalien in das Erdreich verhindert.

Ursache des Unglücks war laut Staatsanwaltschaft ein auch für eine fachkundige Person nicht vorhersehbarer Geschehensablauf, bei dem die Lagerzeit in Verbindung mit den außergewöhnlich hohen, witterungsbedingten Temperaturen in der Halle (nachts nicht unter 25 Grad, tagsüber teilweise im Bereich von 60 Grad) zur Bildung nitroser Gase und zum Platzen der Spezialbehältnisse führte.

Archivfoto: F. Vetter

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