Kinder im Schwimmbad missbraucht: Angeklagter will aussagen
Kinder im Schwimmbad missbraucht: Angeklagter will aussagen
Baden-Baden (lsw) - Der Prozess um den sexuellen Missbrauch von fast 40 Kindern durch einen Schwimmlehrer ist kurz nach Verlesung der Anklage auf Donnerstag vertagt worden. Die Jugendschutzkammer des Landgerichts Baden-Baden will erst weiterverhandeln, wenn der Angeklagte sich äußert.

Der 34-Jährige hatte zum Prozessauftakt am Mittwoch überraschend über seinen Anwalt mitteilen lassen, dass er sich einlassen werde. Er wolle sich an diesem Donnerstag voraussichtlich schriftlich äußern.

Dabei stellte sein Anwalt Christian Süß auch die Möglichkeit von Verständigungsgesprächen in den Raum. Diese könnten beispielsweise eine mögliche Haftstrafe verkürzen oder Zeugen - bislang sind Eltern der betroffenen Kinder geladen, nicht aber die Opfer selbst - eine Aussage ersparen.

Angeklagtem werden rund 200 Taten zur Last gelegt

Dem 34-Jährigen werden schwere sexuelle Übergriffe auf die kleinen Mädchen vorgeworfen. Er soll die zwischen vier und zwölf Jahre alten Opfer während der Kurse missbraucht, genötigt und zwei Kinder mit dem Tod bedroht haben, damit sie nichts erzählen. Zur Last gelegt werden ihm rund 200 Taten, von denen er manche auch mit einer Unterwasserkamera gefilmt hatte.

Staatsanwaltschaft will Sicherheitsverwahrung

Die Sexualstraftaten sollen sich laut Anklage zwischen Oktober 2015 und September 2017 an verschiedenen Orten unter anderem im Raum Rastatt sowie Baden-Baden ereignet haben. Dabei hatte der Deutsche die Mädchen unter Wasser im Intimbereich angefasst unter dem Vorwand, ihnen Hilfestellung geben zu wollen.

Der Angeklagte sitzt seit fast einem Jahr in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind neun Verhandlungstage angesetzt. Die Anklage will für den Mann neben einer Haftstrafe auch die Sicherungsverwahrung erreichen, womit er nach Verbüßung seiner Strafe bis auf Weiteres im Gefängnis bliebe. Erste Zeugen, darunter Eltern der Kinder, sollen im Anschluss an seine Aussage an diesem Donnerstag gehört werden.

Foto: dpa

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