Die Band hat wieder Blut geleckt
Die Band hat wieder Blut geleckt
Von Hans-Peter Hegmann

Gaggenau - "Heute sind wir eher ein kleiner Freundeskreis, so eine Art Kegelclub, der noch gelegentlich gemeinsam Musik macht". Mit diesem Statement zu Beginn des Gespräches eröffnet René Hagenmüller als eines der Gründungsmitglieder seinen Rückblick auf 20 Jahre Vampire's Daydream. Am heutigen Freitagabend auf dem Keschtefest (120 Jahre Turnverein) in Oberweier wollen sie es aber wieder einmal richtig krachen lassen. So wie damals 1998, als sie ihren ersten offiziellen Auftritt ebenfalls beim Keschtefest am selben Ort hatten.

Es war im Frühjahr 1997, als die beiden Freunde Matze Eisele (Schlagzeug) und René Hagenmüller (Keyboards) aus Oberweier die Idee hatten, eine Band zu gründen. Sie wollten aber nicht als weitere Band in die lokale Musikszene einsteigen, die Hits covert. "Wir wollten einfach etwas anderes machen. Wir wollten etwas auf die Beine stellen, das einschlägt wie eine Bombe."

Daher entstand von Anfang an die Idee, Stücke zu spielen, die man zwar schon einmal gehört hat, aber die irgendwie aus den Köpfen verschwunden waren. Aber es sollten auch nicht unbedingt Oldies aus den Top-Ten-Hitparaden vergangener Tage sein. Da zu dieser Zeit im Radio wieder häufiger 80er-Jahre-Musik gespielt wurde, die den beiden auch persönlich gefiel, wollten sie "auf diesen Zug aufspringen".

Auftritt im "Engel" in Niederbühl bringt Stein ins Rollen

Als weitere Bandmitglieder wurden Frank Mayer (Bass), Alex Ziola (Gitarre), Didi Brandt (Gesang) und Yvonne Fritz (Gesang) gefunden und die ersten Proben gespielt. Die Chemie stimmte, und die Musiker fanden sich spieltechnisch immer besser zusammen. Durch einen persönlichen Kontakt mit dem damaligen Wirt des "Engel" in Niederbühl ergab sich die Gelegenheit, am Ostersamstag 1998 eine Art interne Generalprobe vor kleinem Publikum zu machen. Dieser Abend wurde zur Initialzündung. "Vampire's Daydream" (VD), wie sich die neue Band inzwischen nannte, hatte Blut geleckt und wollte jetzt unbedingt durchstarten.

Es folgte die Premiere - "unser Coming-out", wie Hagenmüller es nennt, in der Jahnhalle Gaggenau mit geladenen Gästen aus dem Bekanntenkreis und rund 600 Besuchern. "Ein absolut überraschender Erfolg, und dann ging es plötzlich Schlag auf Schlag". VD erhielt im Herbst das erste Engagement beim Keschtefest in Oberweier. Danach spielte die neue Kultband in den folgenden Jahren bis zu 50 Auftritte pro Jahr. Der Auftrittsradius wurde immer größer; sie unterhielt mit ihrer Musik auf Festen in der näheren und weiteren Umgebung, bei Firmenevents und in einem bekannten Skiort in Österreich.

Auftritt ist keine Eintagsfliege

"Es wurde immer mehr Aufwand erforderlich. Neben einer zweiten Sängerin (Anni Gemmer) hatten wir inzwischen einen eigenen Lkw, drei Roadies und einen Ton- und einen Lichttechniker." Die Musiker waren und sind trotz des Erfolgs alle bis heute hauptberuflich in ihren Beschäftigungen geblieben. Das erforderte auch einige Umbesetzungen aus familiären oder beruflichen Gründen. Als Sängerinnen waren noch Petra Ueckermann und Zsuza Katai im Einsatz. An der Gitarre wechselten sich Ralph Stahl und Andy Seeburger ab. Das Schlagzeug bedienten Andy Schulz, Chris Kern und Alexander Herr.

Die aktuelle Besetzung besteht aus der ersten Formation mit Frank Mayer, René Hagenmüller und Didi Brandt. Ergänzt werden sie immer noch durch Zsuza Katai, Andy Seeberger und Alexander Herr. Einige Ehemalige und weitere Überraschungsgäste werden heute aber wieder auf der Bühne stehen. Damit soll der Charakter des Jubiläumskonzerts als (Klassen)-Treffen mit Menschen auf und vor der Bühne deutlich werden.

Tickets an der Abendkasse

Es ist kein Abschiedskonzert und VD wünscht sich, dass sie, wenn auch in geringerem Umfang, in Zukunft weiter mit alten Freunden und neuen Fans feiern dürfen. Karten gibt es nur noch an der Abendkasse.

Zwei weitere "Jubiläums-Konzerte" werden dieses Jahr noch im Eventhaus Nightlife in Malsch und in der Rheingoldhalle in Rheinmünster-Söllingen stattfinden. Für 2019 hat der "Kegelclub" bereits ein Engagement im Niederbühler Schnick Schnack.

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