Vorfall in Steinbach: Polizei gibt Entwarnung
Vorfall in Steinbach: Polizei gibt Entwarnung

Baden-Baden (red) - Nachdem es in der vergangenen Woche Wirbel darum gegeben hat, dass Männer aus einem Auto heraus Kinder angesprochen haben sollen (wir berichteten), hat die Polizei nun mitgeteilt, dass keine Gefahren bestanden haben.

Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen habe es sich um ein Missverständnis gehandelt, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Vergangen Woche war bekannt geworden, dass zwei Schüler am Donnerstag in der Straße "Alte Ziegelei" von zwei Männern gesprochen worden waren, die in einem Auto saßen. Einem Kind sei angeboten worden, einzusteigen. Noch im Vorfeld einer polizeilichen Verifizierung des Ereignisses wurde der Vorfall unter anderem in den sozialen Netzwerken öffentlich. Die Schule hatte nach dem Vorfall einen Elternbrief verfasst, der am Donnerstag und Freitag in sozialen Netzwerken verbreitet wurde.

Die Polizei mahnt nun, da sich alles als ein Missverständnis herausgestellt habe, zum engen Kontakt mit der Polizei, bevor solche Vorfälle in sozialen Netzwerken verbreitet werden. Bei derartigen Fällen handele es sich um einen sehr sensiblen Themenbereich, der schnell Ängste und Verunsicherung schüre. Die Polizei erklärt: "Nicht jeder, der ein Kind anspricht, hat Böses im Sinn! (Sexuelle) Gewalt durch Fremde ist eher selten."

Die Polizei gibt Tipps, was Eltern tun können, um ihr Kind zu schützen:

- Erlauben Sie Ihrem Kind ausdrücklich "Nein" zu sagen, wenn ihm etwas "komisch" vorkommt, es sich unwohl fühlt oder es sich in Gefahr wähnt.

- Nehmen Sie sich Zeit, mit Ihrem Kind über seinen Tagesablauf, über seine Sorgen und Nöte zu sprechen. Täter bereiten ihre Taten oftmals vor und eine kleine Beobachtung Ihres Kindes oder ein "komisches" Gefühl könnten wichtig sein, um Vorbereitungen zu erkennen und Weiteres abzuwehren. Kinder müssen lernen, ihren Gefühlen vertrauen zu können.

- Üben Sie mit Ihrem Kind in kleinen Rollenspielen, wie es sich verhalten kann. Es sind "Was-tue-ich-wenn"-Spiele. Es soll weglaufen, andere Erwachsene ansprechen, um Hilfe bitten oder auch laut um Hilfe schreien.

- Warnen Sie nicht vor Fremden, sondern vor Taten. Kinder wissen mit dem Begriff "fremd" oftmals nichts anzufangen. Für Kinder ist schon derjenige nicht mehr fremd, der es mit dessen Namen anspricht ("Der kennt mich doch").

- Ihr Kind sollte den Polizeiruf 110 kennen.

- Sie sollten wissen, wo und mit wem Ihr Kind die Freizeit verbringt.

- Legen Sie mit Ihrem Kind Wege und Orte fest, an denen es sich aufhalten darf.

- Halten Sie Ihr Kind zur Pünktlichkeit an. Treffen Sie Absprachen! Halten Sie selbst ebenfalls getroffene Absprachen ein, denn das Kind lernt "am Modell"!

- Nach Möglichkeit sollte Ihr Kind in Gruppen mit anderen Kindern zur Schule gehen und sich an kindgerechten Orten, zum Beispiel auf Spielplätzen, aufhalten.

- Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fest, wer es von der Schule oder vom Kindergarten abholen und mit wem es mitgehen darf. Das sollten nur maximal drei bis vier vertraute Personen sein.

- Kinder sollen üben, Abstand zu Fahrzeugen zu halten, wenn sie beispielsweise nach dem Weg gefragt werden.

Weitere Informationen gibt es unter: www.polizei-beratung.de und www.missbrauch-verhindern.de

Symbolfoto: dpa

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