Kein Neubaugebiet am Ortsrand von Wintersdorf
Kein Neubaugebiet  am Ortsrand von Wintersdorf
Rastatt (ema) - Das kommt auch nicht alle Tage vor: Die Stadt Rastatt will einen Bebauungsplan aufgeben. Ein entsprechendes Aufhebungsverfahren für den "nördlichen Ortsrand" in Wintersdorf hat der Gemeinderat bei neun Nein-Stimmen eingeleitet.

Die Vorgehensweise ist nicht nur am Ratstisch umstritten, wie das Abstimmungsergebnis am Montag zeigte. Die Verwaltung, so war zu hören, rechnet auch damit, dass der Beschluss von Grundstückseigentümern vor Gericht angefochten wird.

Dennoch setzte sich im Kommunalparlament die Auffassung durch, dass die Stadtplanung nicht mehr länger ihre Arbeitskraft in den nördlichen Ortsrand stecken soll.

Denn die Pläne für das Neubaugebiet reichen bis ins Jahr 1991 zurück, ohne dass das Verfahren zum Abschluss gebracht werden konnte. Grund: mangelnde Mitwirkungsbereitschaft der Grundstückseigentümer.

Zuletzt hatte die Verwaltung noch mal einen Anlauf unternommen mit einer Informationsveranstaltung und Gesprächen. Die Auswertung einer Befragung ergab, dass vier Eigentümer Bau- oder Verkaufsinteresse signalisierten, vier alles beim Alten belassen wollen. Eine Erschließung hält die Verwaltung deshalb nicht für sinnvoll.

Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch wertete die Entscheidung auch als "Signal, dass man mit uns nicht Schlitten fahren kann". Es müsse möglich sein, dass so etwas "in Gesprächen untereinander" geklärt werde. Dies sei aber in fast 30 Jahren nicht gelungen.

Für die SPD-Fraktion äußerte Inge Bellan-Payrault dagegen Kritik, dass man das Verfahren scheitern lassen wolle. Sie argumentierte, dass man bei der Bewertung zwei städtische Grundstücke unter den Tisch habe fallen lassen. Außerdem ignoriere man, dass einige Bürger Grundstücke gekauft hätten im Vertrauen darauf, dass ein Neubaugebiet entwickelt wird.

Symbolfoto: dpa

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