BT-Themenausgabe zur Pflege
Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt, die der Pflegefachkräfte nimmt ab - auch in Mittelbaden. Foto: dpa

Baden-Baden (red) - Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat die Bundesländer ermutigt, Landespflegekammern einzurichten. Nach den drei Bundesländern Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein soll es nach dem Willen von Westerfellhaus auch in den anderen Ländern Pflegekammern geben. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen steht man in den Vorbereitungen dazu. Das Badische Tagblatt befasst sich am Freitag in einer Schwerpunktausgabe mit dem Thema Pflege in allen Facetten. In der Ausgabe äußern sich auch ein Alternsforscher und ein Neurologe über Aspekte des Alterns.

"Die Bundespflegekammer wäre ein Zusammenschluss der Landespflegekammern, die dann existieren", sagte Westerfellhaus der Zeitung. "Eine einzige Landespflegekammer wäre zugegebenermaßen zu wenig, aber mit den drei bestehenden Kammern und der weiteren Entwicklung wird es höchste Zeit, den Prozess weiter voranzutreiben. Wenn sich Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen entscheiden, die Kammer einzuführen, wird es einen Dominoeffekt in den anderen Ländern geben", sagte er. Er könne die Länder nur ermuntern, mutig diesen Schritt zu gehen.

Alternsforscher Schumacher: In zehn Jahren Gesundheitspille Der Alternsforscher Björn Schumacher rechnet damit, dass es in zehn Jahren eine Gesundheitspille geben wird. "Was es einmal geben wird, ist die Pille, die das Krankheitsrisiko senkt und die Gesundheitsspanne verlängert", sagte er der Zeitung. "Das ist der Paradigmenwechsel, der in der Medizin stattfindet. Dass wir nicht erst warten, bis die Krankheit ausbricht, und dann versuchen, sie zu therapieren. Sondern dass der gesunde Mensch zum Empfänger von Therapie wird, um Krankheiten zu verhindern", sagte Schumacher dem BT. "In einem Jahrzehnt sollte man dann von wirksamen Interventionen etwas sehen können."

Neurologe: Musik zögert Demenz hinaus

Bis dahin müssen wir sehen, wie wir uns mit anderen Mitteln gesund halten. Mit Musik zum Beispiel. "Wer Musik macht und wer singt, tut seinem Körper etwas Gutes. Er schult die Körperwahrnehmung, die Achtsamkeit und passt besser auf sich auf", sagt der Neurologe und Musiker Eckart Altenmüller dem Badischen Tagblatt. Man erhöhe beim Musikmachen auch seine kognitive Reserve. Die geistige Leistungsfähigkeit werde gesteigert. "Musiker bekommen daher eine Demenz erst später im Vergleich zu Menschen, die keinen so anspruchsvollen Beruf ergriffen haben."

Forschung auf vielen Gebieten aktiv

Der Alternsforscher Björn Schumacher wiederum spricht über die Forschungsansätze und Möglichkeiten, lange zu leben. Über die positiven Effekte des Musizierens im Alter berichtet Neurologe und Flötist Prof. Dr. Eckart Altenmüller.

Wie das Klinikum Mittelbaden Hub in Ottersweier den Wandel hin zu einer stärkeren individuellen Förderung für Menschen mit seelischer Behinderung einleitet, ist ein weiterer Aspekt des Themas. Zudem ist das BT mit "Menü mobil" in Forbach und Weisenbach unterwegs gewesen. Für viele Kunden ist der Besuch der Fahrer, die das Essen ausliefern, Höhepunkt des Tages. Die Rastatter Lokalredaktion stellt die Heimaufsicht des Landkreises vor, die für 23 Pflegeheime und 13 stationäre Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen zuständig ist. Auch im Sport ist das Thema Pflege präsent, wie das Schicksal der Bahnrad-Olympiasiegerin Kristin Vogel zeigt, die bei einem Trainingssturz verunglückte und seitdem querschnittsgelähmt ist.

Foto: dpa

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