Sexualstraftaten: Zahlen gehen leicht nach oben
Sexualstraftaten: Zahlen gehen leicht nach oben
Stuttgart (bjhw) - Das Innenministerium hat im Nachgang zur Innenausschusssitzung des Landtags vom Donnerstag konkrete Zahlen zu den Sexualstraftaten im Land vorgelegt. Die Statistik bestätigt, dass die Entwicklung leicht nach oben geht.

2017 wurden 1.092 Straftaten "gegen die sexuelle Selbstbestimmung, darunter Vergewaltigung/sexuelle Nötigung/sexueller Übergriff" begangen, wie es heißt. In den ersten zehn Monaten 2018 waren es nach den Worten von Landeskriminaldirektor Klaus Ziwey etwa eintausend. Parallelen zu früheren Jahren lassen sich nur schwer ziehen, weil 2016, nach den Übergriffen auf der Kölner Domplatte, Gesetze verschärft wurden. Außerdem geht Innenminister Thomas Strobl (CDU) davon aus, dass es durch die öffentlichen Debatten zu einer "höheren Sensibilisierung" gekommen ist, entsprechende Straftaten anzuzeigen. "Die Zahlen", sagt er, "sind nur schwer zu vergleichen."

FDP verlangt Angaben zu nichtvollstreckten Haftbefehlen

Im Fall der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung stehen Polizei und Innenminister weiterhin in der Kritik. Gegen den mutmaßlichen Haupttäter hatte bereits vor der Tat Haftbefehl bestanden, verhaftet wurde der Mann allerdings nicht. Die FDP-Landtagsfraktion, die den Innenminister besonders scharf kritisiert, verlangt zudem zusätzliche Angaben zu den nichtvollstreckten Haftbefehlen. Ein entsprechender parlamentarischer Antrag umfasst zehn Fragen, auch zur Staatsangehörigkeit, der Art der Delikte und vor allem der von Strobl ins Feld geführten Priorisierung. Die Liberalen wollen wissen, wer diese bisher vorgenommen und damit über den weiteren Umgang mit gesuchten Tätern entschieden hat.

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