Aufarbeitung eingefordert
Aufarbeitung eingefordert
Freiburg (lsw) - Die Katholiken in der Erzdiözese Freiburg haben die Bistumsleitung zu einer glaubhaften Aufarbeitung des jahrelangen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen aufgefordert. Bei vielen Engagierten sei das Vertrauen in die Kirche geschwunden, viele hätten sie wegen dieser Verbrechen verlassen, teilte der Diözesanrat am Samstag mit. Das Laiengremium kümmert sich um die Interessen der Katholiken in der Öffentlichkeit.

"Viele trauen der Kirche nicht mehr zu, sich diesen Verbrechen zu stellen und eine Aufarbeitung der Missbrauchsfälle ehrlich anzugehen, um vor allem den Opfern endlich Gerechtigkeit zukommen zu lassen." Das sagte die Vorsitzende des Diözesanrates, Martina Kastner, der Mitteilung zufolge.

442 Opfer, 190 Beschuldigte registriert

Auch im Erzbistum Freiburg gab es Fälle von sexuellem Missbrauch durch Priester und andere Geistliche. Nach Angaben eines Sprechers geht es um 442 Opfer und 190 Beschuldigte seit 1946. Unter Leitung von Erzbischof Stephan Burger soll eine Kommission die Fälle aufarbeiten. Dabei geht es auch darum, wie Missbrauch künftig verhindert und die Kirche wieder zu einem sicheren Ort werden kann.

Symbolfoto: dpa

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