Stoch gewinnt hauchdünn
Stoch gewinnt hauchdünn
Von Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer

Sindelfingen - Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Andreas Stoch ist auch neuer Parteichef der baden-württembergischen Sozialdemokraten. Beim Parteitag am Samstag in Sindelfingen bekam der frühere Kultusminister 159 von 314 Stimmen.

Für Lars Castellucci, den Bundestagsabgeordneten aus Wiesloch und langjährigen SPD-Vize, votierten 151 Delegierte, vier enthielten sich. Stoch, der damit gerade mal 50,6 Prozent der Delegierten hinter sich versammeln konnte, hatte zuvor in einer leidenschaftlichen Rede die Spaltung im Landesverband offen angesprochen und kritisiert, dass die Südwest-SPD in den vergangene Jahren viel zu viel "Kraft und Kreativität darauf verwandt hat, sich mit sich selber zu befassen und den internen Streit zu befeuern". Damit müsse endlich Schluss sein. Konkret kündigte er unter anderem ein Volksbegehen für gebührenfreie Kitas im Land an.

Kritik am Bundesvorstand

Geprägt ist der Parteitag auch von scharfer Kritik am Bundesvorstand, weil der die beiden Europaabgeordneten Evelyn Gebhardt und Peter Simon auf wenig aussichtsreiche Listenplätze für die Europawahlen im kommenden Mai gesetzt hatte. Beide wurden mit stehenden Ovationen begrüßt.

Andrea Nahles sagt Auftritt ab

Die scheidende Landesvorsitzende Leni Breymaier versprach weiterhin dafür zu kämpfen, dass die SPD Baden-Württemberg auf der Liste für die Europawahl angemessen und entsprechend der Entscheidung der Landesdelegiertenversammlung in Tuttlingen berücksichtigt wird. Die Bundesvorsitzende Andrea Nahles entzog sich einer offenen Aussprache durch die Absage ihres Auftritts in Sindelfingen.

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