Stoch will Mentalitätswechsel
Stoch will Mentalitätswechsel
Sindelfingen (lsw) - Die baden-württembergische SPD will mit Andreas Stoch an der Spitze interne Streitereien und schlechte Umfragewerte überwinden. Der Landtagsfraktionschef gewann am Samstag beim Parteitag in Sindelfingen (Landkreis Böblingen) eine Kampfabstimmung um den Vorsitz gegen den Bundestagsabgeordneten Lars Castellucci (wir berichteten).

Stoch hatte in seiner Bewerbungsrede gesagt, die Südwest-SPD müsse einen Wandel schaffen - weg von einer Kultur des Misstrauens und der Vorwürfe hin zu einer Kultur der Wertschätzung und der Solidarität. Die Partei habe ihre Kraft in den vergangenen Jahren viel zu sehr darauf verwendet, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Die SPD müsse wieder Selbstvertrauen entwickeln - dann vertrauten ihr auch die Menschen im Land wieder, dass sie deren Probleme löse. Stoch kündigte zudem an, vor der Kommunalwahl im nächsten Jahr ein Volksbegehren über Gebührenfreiheit in Kitas starten zu wollen.

Die bisherige Vorsitzende Leni Breymaier, eine Parteilinke, hatte nach zwei schwierigen Jahren im Amt nicht wieder kandidiert. Sie hatte zwar das SPD-Basisvotum zum Vorsitz knapp gewonnen. Jedoch warf sie das Handtuch, weil sie ihren Rückhalt in der Partei als zu gering empfand.

Viele Delegierte riefen zur Geschlossenheit und Versöhnung in der Partei auf. Der Gegner stehe nicht innerhalb, sondern außerhalb der Partei, sagten sie mit Blick auf Rechtspopulisten in den Parlamenten. Redner verwiesen auf die anstehenden Kommunal- und Europawahlen 2019 und auf die Landtagswahl 2021. Stoch dürfte jetzt auch gute Chancen auf die Spitzenkandidatur seiner Partei in drei Jahren haben.

Foto: dpa

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