Kleine Steinchen - dramatische Wirkung?
Kleine Steinchen - dramatische Wirkung?
Von Sarah Reith

Baden-Baden - Ein paar kleine Steinchen, die normalerweise kaum auffallen würden, sorgen derzeit für Unruhe rund um die Leo-Baustelle. Zur Erinnerung: Vollkommen unkaputtbar sollte er sein, der neue Betonbelag auf dem Leopoldsplatz. Nur eine einzige Schwachstelle wurde den Stadträten vor der Entscheidung für diesen Belag eingebläut: die Fugen.

Dort dürften unter keinen Umständen kleine Steinchen hineinfallen, sonst könne der Beton Schaden nehmen, erfuhren die Volksvertreter unter anderem bei einer Rundreise in andere Städte, die bereits Erfahrungen mit Betonflächen hatten.

Ist der Leo in akuter Gefahr?

Stadtrat Heinz Gehri (Freie Wähler) hat damals gut aufgepasst - und schlug unlängst im gemeinderätlichen Bauausschuss Alarm: Bereits jetzt habe sich Splitt von der Mittelinsel auf dem Beton verteilt, warnte er und wollte wissen, weshalb auf der Mittelinsel nicht gleich ein fester Belag aufgebracht wurde. Tja, da konnte Projektleiter Markus Selig spontan auch keine recht befriedigende Antwort geben: Es sei im Gemeinderat eben seinerzeit beschlossen worden, die Mittelinsel unverändert wieder herzustellen, betonte er. Man werde das Thema aber prüfen. Ist der Leo also tatsächlich in akuter Gefahr? Stehen uns im schlimmsten Fall kaputte Betonplatten und damit weitere Jahre Baustelle bevor?

Stadt sieht Handlungsbedarf

Nun, ganz so schlimm ist es wohl nicht, wie eine BT-Nachfrage ergab. Die Gefahr, dass die kleinen Splitt-Steinchen Stadtpressesprecher Schäden verursachen, sei "sehr gering", betonte Stadtpressesprecher Roland Seiter. Schwieriger wären große Steine. Handlungsbedarf gibt es aber offenbar trotzdem. Die Menge des aufgebrachten Splitts wurde kürzlich "auf ein Minimum reduziert", sagte Seiter. Zudem werde regelmäßig gereinigt - unter der Woche sogar zweimal am Tag. Das klingt ja mal ganz gut. Wir - und vermutlich viele, viele Baden-Badener sowie aufmerksame Stadträte - werden Fugen und Platten trotzdem weiter mit Argusaugen beobachten. Mehr als zwei Jahre Baustelle und unzählige Skandale und Skandälchen haben eben einfach gereicht.

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