Sind "Hochsicherheitspoller" das Ende der Lachplatte?
Sind 'Hochsicherheitspoller' das Ende der Lachplatte?
Gaggenau (tom) - In der scheinbar unendlich währenden Poller-Story am Gaggenauer Bahnhofsplatz wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Und zumindest im Bau- und Umweltausschuss ist man guter Dinge, dass es ein Schlusskapitel sein wird: "Nachdem die bestehenden versenkbaren Poller am Bahnhofsplatz regelmäßig durch Fahrzeuge beschädigt wurden und die Wiederherstellung bislang immer wieder Kosten verursacht hat, sollen nun die bestehenden Poller durch Hochsicherheitspoller ersetzt werden." Dies gab Bürgermeister Michael Pfeiffer bekannt.

Letztlich setze die Verwaltung nun einen Beschluss um, den der Gemeinderat schon im Frühjahr gefasst habe: Wenn die Serie der Schadensfälle an den Pollern nicht abreiße, müsse gehandelt werden.

Gleichwohl war das Schnaufen um den Ratstisch herum nicht zu überhören, als Pfeiffer die zu erwartenden Kosten bekanntgab: "Circa 50 000 bis 60 000 Euro." Dies sei "schon ein Batzen", räumte der Bürgermeister ein, aber billiger gehe nicht, "weil wir ordentliche Fundamente machen müssen."

"Wie in Baden-Baden" sollen die Poller gebaut sein, richtete er den Blick auf die benachbarte Kurstadt: "Stabil genug für einen Lkw-Anprall - und sie funktionieren dann auch noch."

Baldmöglichst soll das Vorhaben umgesetzt werden, um der Lachplatte ein Ende zu bereiten. Die alten Poller werden nicht mehr repariert. Die Umrüstung werde aber nicht mehr im alten Jahr geschehen. Nach mehr als einem halben Jahr Ruhe hatte es zuletzt im Oktober zwei Vorfälle an den Bahnhofspollern gegeben. Betroffen waren ein statischer und kurz darauf einer der beiden mobilen Poller. In den rund zwei Jahren, in denen die Poller die Zufahrt bei der "Stadtterrasse" hätte regeln sollen, hat es 25 Schadensfälle gegeben. Ein Mitarbeiter einer Fachfirma aus Stuttgart, die vom Hersteller beauftragt worden war, hatte bereits im Herbst vergangenen Jahres erklärt, dass er an keiner anderen vergleichbaren Anlage so viele Arbeitseinsätze habe wie in Gaggenau.

Immer wieder wurde darüber gemutmaßt, inwieweit absichtliches Beschädigen der Anlage zu beklagen war. Auf eine Videoüberwachung wurde bislang verzichtet. "Dies wäre zwar machbar, um jedoch dem Datenschutz vollauf gerecht werden zu können, wäre ein hoher technischer Aufwand nötig, dessen Verhältnismäßigkeit infrage steht", beschied die Stadtverwaltung im Juli eine BT-Anfrage.

Fotos: Senger/Krekel - Poller am Baden-Badener Leo und am Gaggenauer Bahnhofsvorplatz.

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