Nur jedem siebten Hauptschüler gelingt Ausbildungsstart
Nur jedem siebten Hauptschüler gelingt Ausbildungsstart
Stuttgart (lsw) - Der Übergang von Schülern der Haupt- und Werkrealschulen in die Ausbildung muss aus Sicht von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) reibungsloser funktionieren.

Wenn derzeit nur jedem siebten Absolventen (17 Prozent) dieser Schulart der direkte Einstieg in eine duale Ausbildung gelinge, sei das "eindeutig zu wenig", sagte Eisenmann am Montag bei einem Fachtag zur Stärkung der beruflichen Orientierung an den Haupt- und Werkrealschulen vor 180 Lehrern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern in Stuttgart. Es gelte die Orientierung zu verbessern - aber auch das Basiskönnen.

Fokus stärker auf Schreiben, Rechnen und Lesen legen

Um die Zahl derer, denen der direkte Umstieg vom Schüler zum Azubi gelingt, deutlich zu steigern, werde Grün-Schwarz die Angebote zur beruflichen Orientierung ausbauen, versprach Eisenmann. Ein neuer Leitfaden dazu für die noch knapp 600 Haupt- und Werkrealschulen sei in Arbeit. Um die von Handel und Industrie angemahnte Ausbildungsreife zu verbessern, würden die Schulen den Fokus aber auch verstärkt "auf die Vermittlung der Basiskompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen legen", kündigte die Ministerin an.

2008 gab es noch doppelt so viele Haupt- und Werkrealschulen

Der zuletzt schwächelnden Schulart gab Eisenmann gleichzeitig eine Art Bestandsgarantie: "Wir brauchen die Vielfalt der Schularten. Die grün-schwarze Landesregierung wird für jeden Standort kämpfen", versprach die Kultusministerin. Laut Ministerium gab es vor zehn Jahren noch doppelt so viele Schulen dieser Art.

Um jedem Schüler - vor allem dem praxisbegabten - das auf ihn passende System bieten zu können, brauche es die Haupt- und Werkrealschulen. Zumal wissenschaftlich belegt sei, dass der permanente Vergleich in einer Klasse mit Besseren für viel Frust sorge. Die Schüler trauten sich dann im späteren Leben auch weniger zu, so Eisenmann.

In Berufe reinschnuppern

Die Ministerin kündigte einen Leitfaden an, der die Schulen bei der Ausarbeitung eines eigenen Konzepts zur beruflichen Orientierung unterstützen soll. Die Schüler sollen über konkrete Einblicke und Praktika ein realistisches Bild verschiedener Berufe vermittelt bekommen. Das Projekt Werkstatttage an einigen Schulen verlaufe vielversprechend und werde ausgebaut.

Symbolfoto: dpa

Impressum - Nutzungsbedingungen - Datenschutz