Bebauungsplan für Gewerbegebiet wird geändert
Bebauungsplan für Gewerbegebiet wird geändert
Durmersheim (HH) - Zwei Jahre ist es her, seit die Gemeinde eine Kfz-Tuning-Werkstatt in der Wagnerstraße zu verhindern suchte. Das Grundstück, auf dem sich der Betrieb niederlassen wollte, liegt direkt an der Bahnlinie. Man hatte Sorge, dass die Anwohner der Yburgstraße auf der anderen Seite der Gleise großem Lärm ausgesetzt werden könnten.

Um diesem Risiko dauerhaft vorzubeugen, wurde eine Veränderungssperre erlassen und beschlossen, den Bebauungsplan für das Gewerbegebiet "Südlich der Malscher Straße" in einem "beschleunigten Verfahren" zu ändern.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde das Thema wieder aufgenommen. Der fragliche Bereich zwischen der Dreherstraße und der Bahntrasse soll als "eingeschränktes Gewerbegebiet" deklariert werden, und zwar bis ans nördliche Ende des Gewerbegebiets. Der südliche Teil entlang der Bahn ist bereits "GEe", wie das Fachkürzel lautet. "Eingeschränkt" bedeutet, dass nur "nicht störende" Betriebe zulässig sind.

Nur "nicht störende Betriebe" dürfen bauen

Eine gewöhnliche Kraftfahrzeug-Werkstatt würde als "nicht störend" gelten, machte Ortsbaumeister Hans-Martin Braun den Unterschied zum Tuning-Spezialisten deutlich. Es komme aber immer auf den Einzelfall an, betonte Braun. Bürgermeister Andreas Augustin wies auf eine "schwammige" Begriffsauslegung hin, was "in der Regel nicht störend" sei, sei "unbestimmt".

Jürgen Kniehl und Frank Möhrle von der FWG wunderten sich, dass man ein Verfahren betreibe, ohne sicher zu sein, ob das unerwünschte Gewerbe tatsächlich ausgeschlossen werden könne. Ziel der Planänderung sollte doch gerade das Vermeiden von Schwammigkeit sein. Eventuell ließe sich die Sache im Verfahren konkretisieren, meinte Braun.

Existierende Betriebe genießen Bestandsschutz

Rolf Enderle (BuG) regte an, das Änderungsverfahren zu nutzen, um Bauherren die Befreiung von der vorgeschriebenen Flachdachbegründung zu ermöglichen, sofern sie stattdessen eine Solartherme oder Photovoltaikanlage installieren. Der Vorschlag wurde aufgenommen, der Änderungsentwurf einstimmig gutgeheißen und die Offenlage beschlossen. Für im Gebiet bereits existierende Betriebe ändere sich nichts, wurde hervorgehoben. Sie genössen Bestandsschutz. Augustin ließ wissen, dass man schon lange keine Beschwerden mehr über Lärm aus dem Gewerbegebiet bekommen habe.

Foto: Heck

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