Haftstrafe gegen Gambier
Haftstrafe gegen Gambier
Von Werner Frasch

Baden-Baden - Der Prozess gegen einen Gambier am Mittwoch vor dem Amtsgericht wegen drei Tatkomplexen während der letzten zwei Jahre begann mit einem Eklat. Das Gericht sah sich durch massive Störungen des Angeklagten aber nicht daran gehindert, die Verhandlung zu führen und ein Urteil zu fällen. Es hat eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten ausgesprochen. Das hatte auch der Staatsanwalt gefordert.

Der 31-jährige Angeklagte konterte bereits die Frage der Richterin nach seinen Personalien mit der Gegenfrage: "Wie ist Ihr Name?" Anstelle seines echten Namens gab er Fantasienamen an und redete immer wieder von "Peace" (Englisch für Frieden). Aus dem anfänglichen Geplänkel entwickelte sich rasch ein Wortwechsel zwischen der Richterin und dem Angeklagtem, der auch die ihm beigestellte Dolmetscherin verbal angriff. Selbst sein Pflichtverteidiger blieb nicht verschont. In deutsch-englischem Kauderwelsch behauptete er, selbst Rechtsanwalt zu sein und daher keinen Verteidiger zu benötigen.

31-Jähriger packt Krankenpfleger am Hals

Mit weiteren Störungen der Verhandlung handelte sich der Angeklagte ein Ordnungsgeld von 100 Euro, ersatzatzweise vier Tage Haft, ein und wurde nach Verlesung der Anklage und weiteren Störungen aus dem Saal verwiesen. Die Beweisaufnahme fand in Abwesenheit statt. Den Sitzungssaal verließ er mit dem Ausruf: "Du bist Allah, du bist Gott!"

Bei einer Fahrscheinkontrolle im Bus der Linie 201 war er im Juli am Verfassungsplatz ohne Fahrschein ertappt worden. Länger zurück liegt der Angriff auf einen Krankenpfleger in der Klinik in Balg. Damals wurde der Angeklagte in der Notaufnahme behandelt. Der anstehenden Entlassung verweigerte er sich und blieb liegen. Im Verlauf dieses Vorfalls fasste er den Krankenpfleger an den Hals und brachte ihm Kratzwunden bei.

Junge Frau sagt unter Tränen aus

In frischer Erinnerung ist der Vorfall in der Festspielhaus-Parkgarage vor wenigen Wochen: Eine 22-jährige Frau wurde sexuell belästigt. Zudem entwendete der Angreifer ihr Mobil-Telefon, der ihr zu Hilfe eilende Parkhauswächter wurde in eine Auseinandersetzung verwickelt. Unter Tränen berichtete die Geschädigte über den Vorfall, unter dessen Folgen sie immer noch psychisch leidet. Sie sei am Parkscheinautomaten von dem Angeklagten wegen einer Zigarette angesprochen worden, was sie abgelehnt habe. Über die Treppe sei sie ins Untergeschoss zu ihrem Auto gegangen, während der Angeklagte ihr gefolgt sei.

"Wir waren von der Zeugin beeindruckt"

Mit beiden Händen habe er sie am Kopf festgehalten und sie geküsst. Schließlich habe er sie auf den Boden gedrückt und ihr Telefon an sich genommen. Ihre Abwehrhaltung habe sie vor weiteren Zudringlichkeiten bewahrt. Die Richterin kommentierte diese Aussage: "Wir waren von der Zeugin beeindruckt."

Symbolfoto: dpa

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