PFC-Lösung von Audi-Tochter?
PFC-Lösung von Audi-Tochter?
Rastatt/Kuppenheim (red) - Die Kuppenheimer Bürgerinitiative (BI) für sauberes Trinkwasser will die Aussage der Vertreterin des Regierungspräsidiums bei der jüngsten PFC-Informationsveranstaltung im Landratsamt, der zufolge eine Sanierung der Böden nicht möglich sei, so nicht stehenlassen. Zwar mache die Kontaminierung zahlreicher Teilflächen mit perfluorierten Chemikalien (PFC) eine Sanierung aufwendig. Allerdings gebe es auch größere zusammenhängende Flächen, so dass die Sanierung in verschiedenen Teilgebieten möglich sein müsse, so die BI.



Neuere Untersuchungen hätten ergeben, dass sich die Hauptbelastung noch in den oberen Bodenschichten befindet. Und dass eine Sanierung großer Flächen grundsätzlich möglich ist, habe die IN-Campus GmbH in Ingolstadt, eine Tochterfirma der Audi AG, unter Beweis gestellt.

Ehemalige Raffinerie in Ingolstadt als Vorbild?

In deren Verfahren wird der mit PFC kontaminierte Boden einer ehemaligen Raffinerie in Ingolstadt durch das sogenannte Waben-Verfahren bis zum Grundwasserspiegel entnommen, in einer eigens dafür errichteten "Waschanlage" gereinigt und im Anschluss wieder verfüllt. Dabei handele es sich um eine Fläche von rund 80 Hektar, wobei täglich 1 200 Tonnen und insgesamt 600 000 Tonnen gereinigt würden. Daneben wurden Absperrbrunnen errichtet, um ein Ausbreiten der belasteten Grundwasserfahne zu vermeiden.

BI hat Kontakt mit Audi aufgenommen

Eine entscheidende Rolle spiele dabei sicher, dass hinter diesem Sanierungsobjekt die Audi AG steht, die dieses bundesweit einmalige Konzept erfolgreich betreibe, schreibt die Bürgerinitiative. Es zeige aber auch, dass abzuwarten und buchstäblich den Kopf in den Sand zu stecken der falsche Weg sei. Die BI hat daher Kontakt mit der Audi AG aufgenommen und eine Besichtigung des innovativen Projekts vor Ort vereinbart. Die Umweltabteilung der Firma werde der BI das Projekt im Echtbetrieb vorstellen, außerdem sollen auch Ingenieure des Konsortiums der ausführenden Firmen (Züblin, Strabag und Geiger) referieren und für Fragen zur Verfügung stehen.

Besichtigungstermin im Februar

Der genaue Termin für die Besichtigung stehe noch nicht fest, sie fin det jedoch vermutlich im Februar 2019 statt. Da nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen für die Busreise nach Ingolstadt zur Verfügung steht, bittet die BI Interessierte um unverbindliche Anmeldung und gegebenenfalls die genaue Personenzahl per E-Mail an andreas.iris.adam@t-online.de. Den genauen Zeitpunkt und den Ablauf der Veranstaltung will die BI dann nach Absprache mit der Umweltabteilung der Audi AG mitteilen.

Foto: Zei/av - PFC-belastete Fläche an der Autobahn.

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