Kleiner Ausflug durchs Bergdorf
Kleiner Ausflug durchs Bergdorf
Von Sarah Reith

Baden-Baden - Bei uns Menschen ist ja durchaus bekannt, dass wir dazu neigen, das Gras des Nachbarn immer ein bisschen grüner zu finden als das eigene. Aber offenbar geht es den Schafen nicht anders. Das jedenfalls könnte man denken, wenn man sich den gelungenen Schnappschuss anschaut, den Hermann Warth aus Ebersteinburg kürzlich gemacht hat.

Da stehen ein paar wollige Gesellen auf dem Gehweg in der Hilsbrunnenstraße und knabbern eifrig an den Gewächsen eines Vorgartens - dabei hätten sie eigentlich auf der Wiese auf der anderen Straßenseite durchaus genug Grünzeug zur Verfügung. Aber wer lässt sich schon einen kleinen Ausflug - inklusive Vesperpause - durchs schöne Ebersteinburg entgehen, wenn er die Gelegenheit dazu hat? Die Schafherde jedenfalls nicht, wie Hermann Warth im BT-Gespräch berichtete. Der Schäfer sei mit seinen Tieren aus Richtung Balg über die Wiesen und Felder gekommen. Sein Ziel waren eigentlich die Wiesen unterhalb des Hauses Krone und des Kur- und Gemeindezentrums. Aber einige Tiere erkannten ihre Chance und liefen flugs weiter über die Hilsbrunnenstraße. Fast bis zum Dorfladen und zum weihnachtlich geschmückten Rathaus führte sie die Sightseeingtour. Dann pfiff der Schäfer laut Warth nach seinem Hund - und der trieb die abtrünnigen Schäfchen schnell wieder zurück auf die Wiese.

Winterlicher Rückschnitt tut den Pflanzen gut...

Die Schaulustigen hat es übrigens gefreut: Die Fahrer der Autos, die wegen der Schafherde auf der Straße alle zum Anhalten gezwungen waren, stiegen laut Warth aus und beobachteten das Schauspiel, und auch Grünen-Ortschaftsrätin Katja Frank, deren Vorgarten in Mitleidenschaft gezogen wurde, nahm es mit Humor: Ein winterlicher Rückschnitt sei sicher gut für die Pflanzen, scherzte sie laut Warth. Tja, bei so einem freundlichen Empfang behalten die Vierbeiner das Bergdorf bestimmt in guter Erinnerung - und sorgen gern auch künftig dafür, dass Pflanzen in den Vorgärten nicht zu groß werden.

Foto: Hermann W arth

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