Ausspähversuche am Flughafen: Terroristischer Hintergrund?
Flughafen Stuttgart im Blick

Stuttgart/Rheinmünster (lsw/red) - Die Ausspähversuche am Stuttgarter Flughafen könnten einen terroristischen Hintergrund haben. Mindestens einer der Verdächtigen gehört zum islamistischen Milieu. Zuvor hatte es geheißen, er sei als Gefährder eingestuft. Dies ließ sich zunächst nicht zweifelsfrei bestätigen. Weiter hieß es, im Visier seien aktuell drei Verdächtige. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen wird eine mögliche Verbindung zu einem ähnlichen Verdachtsfall am Pariser Flughafen Charles de Gaulle vor einer Woche geprüft.

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete am frühen Freitagabend aus Sicherheitskreisen, die mutmaßlichen Islamisten, die den Pariser Flughafen ausgespäht hätten, würden in Deutschland als Gefährder geführt und seien im Schengen-Informationssystem gelistet. Die Hinweise stammen von deutschen und französischen Sicherheitsbehörden. Anfang Dezember habe es erste Hinweise gegeben, diese hätten sich Anfang dieser Woche verdichtet. Vergangene Woche und am Mittwoch seien arabisch aussehende junge Männer von einer Überwachungskamera gefilmt worden, berichtete der "Tagesspiegel" am Donnerstag unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die Personen hätten sich an der Sicherheitsschleuse aufgehalten, ohne einen Flug antreten zu wollen und ohne Reisegepäck. Vor diesem Hintergrund habe die Bundespolizei die sogenannte Spezialeinheit BFE plus am Flughafen eingesetzt, um einem Anschlag vorzubeugen. Das zuständige Polizeipräsidium Reutlingen wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.

Flughafen auch in Paris ausgespäht
Die deutschen Behörden sind laut "Tagesspiegel" besonders wachsam, da es auch in Paris den Verdacht gibt, dass Islamisten vergangene Woche den Flughafen Charles de Gaulle ausgespäht haben. Eine Überwachungskamera habe ebenfalls arabisch aussehende junge Männer gefilmt, die an einem Terminal mit einem Fahrzeug kamen und dann das Gebäude fotografierten. Polizei und Nachrichtendienste in Frankreich und Deutschland glichen demnach jetzt die Bilder aus den Videokameras der Flughäfen in Stuttgart und Paris ab.

Auch Baden Airport betroffen - mehr Zeit beim Check-in einplanen
Nach Hinweisen auf mögliche Ausspähversuche am Stuttgarter Flughafen waren am Donnerstag auch an anderen Flughäfen im Südwesten die Sicherheitsvorkehrungen verschärft worden. Betroffen waren die Flughäfen Friedrichshafen, Karlsruhe/Baden-Baden und Mannheim. Die Bundespolizei Karlsruhe weist auf ihrer Twitter-Seite darauf hin, dass Fluggäste am Baden Airport mehr Zeit für den Check-in einplanen sollten. Unterdessen lief der Betrieb am Stuttgarter Flughafen normal weiter, wie eine Sprecherin mitteilte. Es komme zu keinen Beeinträchtigungen.

Polizei: "Reine Vorsichtsmaßnahme"
Die Maßnahmen an den Flughäfen seien eine "reine Vorsichtsmaßnahme", teilte die Polizei mit. "Derartige Hinweise oder Vorkommnisse gibt es immer wieder, vor allem um die Weihnachtszeit." Der Flugbetrieb soll durch die Maßnahmen nicht beeinträchtigt sein. Die Polizei bat um Hinweise, falls jemand etwas Verdächtiges beobachten sollte.

Foto: Vetter

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