Viele Tote nach Tsunami in Indonesien
Schon mehr als 280 Tote nach Tsunami in Indonesien
Jakarta (dpa) - Die Zahl der Toten und Verletzten nach dem Tsunami in Indonesien steigt immer weiter. Am Montagabend (Ortszeit) gab die Behörde für Katastrophenschutz neue, weit höhere Opferzahlen bekannt: Demnach kamen mindestens 373 Menschen ums Leben. Mehr als 1500 Menschen wurden durch die Flutwelle verletzt, weitere 128 galten als vermisst.

Durch die vermutlich vom Vulkan Anak Krakatau in der Sunda-Meerenge ausgelöste Flutwelle vom Samstagabend verloren knapp 11.700 Menschen ihr Zuhause.

Der Gouverneur der Hauptstadt Jakarta, Anies Baswedan, schickte 13 Ärzte- und Rettungsteams in die besonders betroffenen Provinzen Lampung an der Südspitze von Sumatra und Banten im Westen Javas, wie die indonesische Nachrichtenagentur Antara News berichtet. Daneben waren auch Kräfte diverser Hilfsorganisationen im Einsatz, etwa vom Indonesischen Roten Kreuz, das vom Deutschen Roten Kreuz unterstützt wird. Bisher hat Indonesien nicht um internationale Hilfe gebeten.

Deutsche sind wohl nicht betroffen

Die Küstenregion um die Sunda-Meerenge ist gerade unter Einheimischen wegen ihrer Nähe zur Hauptstadt Jakarta ein beliebtes Urlaubsziel. Deutsche seien nach bisherigen Erkenntnissen nicht betroffen, twitterte das Auswärtige Amt in Berlin bereits am Sonntag. Ein Sprecher des Touristikkonzerns Tui sagte, das Unternehmen habe in der Region überhaupt keine Gäste. Wichtigstes Ziel in Indonesien sei die Insel Bali weiter im Westen.

Die Ursache des Tsunamis war nach Angaben der indonesischen Agentur für Meteorologie, Klima und Geophysik (BMKG) vermutlich ein Ausbruch des in der Sunda-Meerenge liegenden und 50 Kilometer vom Festland entfernten Vulkans Anak Krakatau. Seine Eruption habe wiederum einen Unterwasser-Erdrutsch zur Folge gehabt. Demnach ereignete sich die Eruption am Samstagabend um 21.03 Uhr (Ortszeit; 15.03 Uhr MEZ), 24 Minuten später sei der Tsunami auf Land getroffen.

Keine Vorwarnung

Die Flutwelle kam ohne Vorwarnung und traf auf Urlaubsresorts, die zum Jahreswechsel gut besucht waren. Das Frühwarnsystem habe nicht gegriffen, weil es nur auf Erdbeben - und nicht auf Unterwasser-Erdrutsche oder Vulkanausbrüche - ausgerichtet sei, schrieb Nugroho auf Twitter. "Ohne das Frühwarnsystem konnten wir kein Potenzial für einen Tsunami entdecken."

Es habe eine Warnung gegeben, aber lediglich vor hoher Flut und nicht vor einem Tsunami, sagte eine Sprecherin der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) der Deutschen Presse-Agentur. Daraufhin seien 5000 Menschen in der Provinz Lampung in höher gelegene Gebiete gebracht worden. Sie sprach von Wellen mit einer Höhe von 30 bis 90 Zentimetern, die verstärkt durch die hohe Flut im Zuge des Vollmondes auf die Küsten getroffen seien. "Das klingt nicht nach viel (...) doch wir wissen, dass selbst knöchelhohes Wasser einen Erwachsenen umhauen kann". Ein 30 Zentimer hoher Tsunami habe eine enorme Kraft hinter sich, die sich noch verstärke, je näher die Welle an die Küste komme.

Foto: dpa

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