Streik: Probleme beim Bargeld?
Streik: Probleme beim Bargeld?
Stuttgart/Berlin (dpa) - Mit bundesweiten Warnstreiks will die Gewerkschaft Verdi am Mittwoch den Druck in der laufenden Tarifrunde für 12.000 Beschäftigte der Geld- und Wertdienst-Branche erhöhen. Da Hunderte Geldtransporte bestreikt würden, blieben Banken und Geschäfte vielerorts ohne frisches Bargeld, teilte Verdi mit. Es könne zu erheblichen Störungen kommen.

In Baden-Württemberg ruft Verdi zu Warnstreiks bei Firmen mit Standorten in Filderstadt, Mannheim und Ettlingen auf.

Laut Verdi wede durch die Warnstreiks werde der Bargeldverkehr gestört. "Viele Banken und Einzelhandelsgeschäfte bekommen nach den Feiertagen kein frisches Bargeld. Geldautomaten, die nach dem Jahreswechsel vielfach leer sind, werden nicht neu befüllt." Auch die Abholung der Tageseinnahmen bei Warenhäusern und Discountern, Möbel- und Baumärkten sowie anderen Unternehmen sei nicht sichergestellt.

Arbeitgeber: Es wird keine Engpässe geben

Die Arbeitgeber gehen nicht von größeren Problemen aus. Ein mehrstündiger Warnstreik sei zwar ärgerlich und für die Unternehmen teuer. Aber: "Die Bargeldversorgung in Deutschland wird nicht zusammenbrechen", sagte eine Sprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW). Die Branche arbeite nicht nur werktags von 9 bis 17 Uhr, auch über den Jahreswechsel habe es eine ganz normale Versorgung gegeben, betonte sie. "Ein mehrtägiger oder mehrwöchiger Streik, das wäre ein Problem." Zudem beteiligten sich nicht alle Beschäftigten an der vorübergehenden Arbeitsniederlegung.

Die Tarifverhandlungen werden am 3. und 4. Januar im hessischen Bad Nauheim fortgesetzt. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro jährlich bei einer Laufzeit von zwei Jahren sowie die Angleichung der Gehälter in den ostdeutschen Bundesländern. Außerdem soll eine Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages für die gesamte Branche erreicht werden.

Laut Verdi liegen die Gehälter für die Geldzähler und Geldtransportfahrer im Osten bei 1.800 bis 2.400 Euro und im Westen bei 2.200 bis 2.900 Euro brutto pro Monat.

Symbolfoto: dpa

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