Datenklau: 123 Betroffene im Land
Datenklau: 123 Betroffene im Land
Stuttgart (lsw) - In Baden-Württemberg sind nach Angaben des Innenministeriums 123 Menschen von einem Datenklau nach dem massiven, bundesweiten Online-Angriff betroffen. Das geht aus einem internen Lagebericht hervor, über den die Zeitungen "Heilbronner Stimme" und "Mannheimer Morgen" berichten. Unterdessen hat das Bundeskriminalamt (BKA) in dem Fall erste Zeugen vernommen. Dabei kam es auch zu einer Hausdurchsuchung in Heilbronn.

Ein Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums bestätigte am Montag, dass 123 Personen im Südwesten betroffen seien. Es handele sich um Bundes- und Landespolitiker verschiedener Fraktionen.

Etwa 50 schwerwiegendere Fälle

Nach Informationen aus Sicherheitskreisen vom Sonntag sind bundesweit 994 Personen von dem Online-Angriff tangiert: vor allem Politiker, aber auch Prominente und Journalisten. Etwa 50 Fälle seien schwerwiegender, weil größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht worden seien, hieß es.

Persönliche Daten veröffentlicht

Ein bislang Unbekannter hatte über das inzwischen gesperrt Twitter-Konto @_Orbit im Dezember zahlreiche persönliche Daten von Politikern und Prominenten als eine Art Adventskalender veröffentlicht. Manche Informationen hatte er auch schon früher ins Netz gestellt. Das wurde allerdings erst in der Nacht zu Freitag öffentlich - und somit auch vielen Betroffenen - bekannt.

BKA vernimmt Zeugen

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im Rahmen der Ermittlungen zu den massiven Online-Angriffen mehrere Zeugen vernommen. Unter anderem sei dies in Heilbronn geschehen, hieß es in einer Mitteilung, die das BKA am Montag auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte.

Durchsuchung in Heilbronn

In Heilbronn wurde am Sonntag auch die Wohnung eines Zeugen durchsucht, wie ein Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft am Montag bestätigte. Weitere Informationen gab es von der Anklagebehörde nicht. "Die verdeckte Phase der Ermittlungen dauert an", so der Sprecher. Daher könnten derzeit keine weiteren Auskünfte erteilt werden.

Nach BKA-Angaben wurde damit begonnen, die von der Veröffentlichung der Daten betroffenen Personen zu informieren.

Symbolfoto: dpa

Impressum - Nutzungsbedingungen - Datenschutz