Flusspferd-Baby wohl zu schwach
Flusspferd-Baby wohl zu schwach
Karlsruhe (ml) - Das überraschend gestorbene Flusspferd-Baby im Karlsruher Zoo hatte nicht viel getrunken und besaß offenbar einfach nicht genügend Lebensenergie. Das ist das Ergebnis einer ersten Sektion des Tieres, wie Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt dem BT sagte.

Am Montag hatte die 32-jährige Kathy das Baby zur Welt gebracht, die Geburt verlief laut Zoo ohne Komplikationen. Das Jungtier machte einen munteren Eindruck. "Es gab für uns keinerlei Anzeichen, dass da etwas nicht stimmt", berichtet Reinschmidt. Am Dienstag informierte der Zoo deshalb auch die Öffentlichkeit über die Geburt und kündigte an, dass die Besucher das Baby am Mittwoch sehen könnten.

Doch dazu kam es nicht. Am Mittwochmorgen fanden Zoo-Revierleiter Robert Scholz und Kollegen das Tier tot auf. Die Mutter war immer abgetaucht und hatte versucht, das Kleine an die Oberfläche zu hieven, was aber misslang. Als Scholz das Wasser im Becken abgelassen hatte, wurde dann das leblose Baby entdeckt.

Wenig Milch im Magen

Am Donnerstag fand nun eine erste Sektion des toten Tieres im Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe statt. Dabei wurde festgestellt, dass das Jungtier zwar etwas Milch im Magen hatte, "aber viel zu wenig", wie Reinschmidt dem BT sagte. Man gehe deshalb davon aus, dass das Baby zu schwach war und deshalb starb. Für diese These spreche auch, dass keine typischen Anzeichen für ein Ertrinken festgestellt werden konnten.

Baby lebt zunächst im Wasser

"Es ist durchaus denkbar, dass die von der Mutter bei der Geburt mitgegebene Lebensenergie für eineinhalb Tage ausreichte", so Reinschmidt. Ein Flusspferd-Baby müsse topfit sein, um zu überleben. Das Jungtier, übrigens ein Weibchen, wog 43 Kilogramm. Dieses Gewicht können die kleinen Beine nicht verkraften, weshalb junge Flusspferde die ersten drei bis vier Monate ihres Lebens auch im Wasser verbringen. "In dieser Zeit benötigt es viel Energie, weil es immer wieder untertauchen und an der Zitze der Mutter Milch saugen muss", berichtet der Zoodirektor. An Milch habe es Kathy nicht gemangelt, so Reinschmidt weiter.

Auch in der Natur komme es häufig vor, dass junge Flusspferde einfach zu schwach seien, um zu überleben, was die hohe Verlustrate bei der Aufzucht belege.

Weitere Untersuchungen

Weitere Untersuchungen sollen nun noch Aufschluss darüber geben, ob eine Entzündung oder organische Veränderungen vorgelegen haben. Mit diesen Ergebnissen sei aber erst in einigen Tagen oder Wochen zu rechnen, so Reinschmidt.

Die Mitarbeiter des Zoos hatten übrigens keine Chance, das Trinkverhalten des Jungtieres zu überprüfen, da das komplett unter Wasser stattfindet und die Mutter jeden angreifen würde, der ihm zu nahe kommt.

Foto: Zoo/Stadt

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