Betrunkene Lkw-Lenker im Visier
Betrunkene Lkw-Lenker im Visier
Karlsruhe (red) - Das Wochenende auf dem Rastplatz verbringen - keine schöne Sache für Lkw-Fahrer. Einige von ihnen konsumieren dabei so viel Alkohol, dass sie auch nach Ende des Sonntagsfahrverbots um 22 Uhr noch nicht fahrtüchtig sind. Das führte schon zu schweren Unfällen. Die Polizei hat deshalb an diesem Sonntag wieder Kontrollen auf Rastplätzen neben der A5 und der A6 durchgeführt - mit teilweise erschreckenden Ergebnissen.

Insgesamt 45 Beamte aus dem Zuständigkeitsbereich des des Polizeipräsidiums Karlsruhe kontrollierten am Sonntagabend Lkw-Fahrer neben der A5, vor allem auf den Tank- und Rastanlagen Bruchsal Ost und West. Insgesamt wurden dabei 204 Berufskraftfahrer überprüft. Bei 23 Lkw-Fahrern wurde eine Alkoholisierung festgestellt, 14 musste die Weiterfahrt untersagt werden, da ihre Atemalkoholkonzentration über 0,5 Promille lag. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Karlsruhe verhielten sich alle Lkw-Lenker kooperativ.

Teilweise deutlich alkoholisiert

Das konnten die rund 30 Beamten aus dem Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mannheim nicht berichten, die zeitgleich im Einsatz waren. Sie kontrollierten auf den Tank- und Rastanlagen Hardtwald Ost und West, Kraichgau Nord und Süd sowie Am Hockenheimring Ost und West. Insgesamt nahmen sie kurz vor Ende des Sonntagsfahrverbots 474 Fahrer unter die Lupe. 37 von ihnen standen noch unter einem Alkoholeinfluss von mindestens 0,5 Promille - 18 waren mit einem Wert von über einem Promille sogar noch deutlich alkoholisiert.

Fragwürdiger Rekord

Bei der ersten Kontrolle in diesem Jahr gab es zudem einen fragwürdigen Rekord: Ein polnischer Lkw-Lenker hatte eine Stunde vor Ende des Fahrverbots noch 3,5 Promille in der Atemluft, ein tschechischer Fahrer war mit 2,9 Promille ebenfalls über Maßen alkoholisiert.

Sicherungskette an Räder angebracht

Allen alkoholisierten Fahrern wurde die Weiterfahrt untersagt, zudem wurden ihre Führerscheine, Fahrzeugscheine und Frachtpapiere beschlagnahmt. Die Schlüssel durften sie wegen des winterlichen Wetters behalten. Einer der Fahrer - er wies einen Wert von 1,4 Promille auf - verweigerte die Herausgabe der Papiere, weshalb die Polizei eine Sicherungskette an den Rädern anbrachte.

Auch am Morgen noch betrunken

Nicht alle der von einer Zwangspause betroffenen Fahrer zogen aus der Erfahrung auch die richtige Lehre, wie eine Nachkontrolle am Montagmorgen zeigte. Bei sechs Fahrern wurde auch dann noch ein Alkoholwert festgestellt, der eine Weiterfahrt abermals nicht möglich machte. So wurde bei einem Fahrer am Sonntag um 22.10 Uhr ein Wert von 1,4 Promille festgestellt. Offenbar trank er danach weiter, denn auch am Montag waren es um kurz nach 8 Uhr noch 1,4 Promille.

Alkohol-Locks könnten helfen

"Das Kontrollergebnis erhärtet die Annahme, dass sieben bis neun Prozent der osteuropäischen Lkw-Fahrer sonntags vor Fahrantritt alkoholisiert sind", bilanzierte Dieter Schäfer, Chef der Verkehrspolizei Mannheim laut einer Mitteilung des Präsidiums. Er erinnerte an einen Bericht des Europäischen Verkehrssicherheitsrats, wonach sogenannte Alkohol-Interlocks dazu beitragen könnten, Rückfallquoten bei alkoholauffälligen Lkw-Fahrern zu senken. Sie sollten deshalb nach einer ersten Auffälligkeit der Fahrer Pflicht werden, so der Verkehrssicherheitsrat. Unter Alkohol-Interlocks versteht man eine technische Vorrichtung, mit der der Atemalkoholgehalt des Fahrers ermittelt wird. Liegt dieser über einem kritischen Wert, wird eine elektronische Wegfahrsperre aktiviert.

Symbolfoto: dpa

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