Neuer Standort für Nepomuk
Neuer Standort
Ötigheim - In den Aufgabenbereich des Heiligen Nepomuk fällt ja so einiges, ist er doch nicht nur der Schutzheilige der Landstriche Böhmen und Bayern oder der Städte Salzburg, Prag und Santander, sondern stehen auch die Beichtväter und Priester sowie die Schiffer, Flößer und Müller unter seinem persönlichen Schutz. Und auch, wenn es um das Beichtgeheimnis, die Verschwiegenheit, um die Abwehr von Wassergefahren oder die Sicherheit von Brücken geht, ist er zuständig. Die Gründe für diese vielgestaltigen Aufgaben ist in der Lebensgeschichte von Johannes Nepomuk, der 1393 in Prag gestorben ist, zu suchen. Sie nachzuzeichnen würde den Rahmen sprengen, nur so viel: Durch große Reisefreudigkeit fiel der böhmische Heilige nicht auf. Bis auf eine kurze Studienepisode im norditalienischen Padua, verließ er Prag nur sehr selten.

Ganz anders als sein Bildnis, das auf Ötigheimer Gemarkung steht. Das soll laut Beschluss des Gemeinderats vom Dienstag nämlich mal wieder seinen Standort wechseln. Aber von vorne: Vielen aus der Region dürfte der Ötigheimer Nepomuk bekannt sein. Er stand einst links an der Verbindungsstraße, die von Steinmauern nach Rastatt führt auf Ötigheimer Gemarkung. Um das Jahr 2011 wurde sie dort abgebaut: Der Zahn der Zeit hatte arg am braven Nepomuk genagt, er bezog ein neues Domizil auf dem Gelände des Bauhofs. Dort fristete er ein etwas trostloses Dasein. Bis sich im Denkmalamt jemand an ihn erinnerte und der Gemeinde auferlegte, ihm wieder zu altem Glanz zu verhelfen und öffentlich aufzustellen. 2014 geschah das dann auch. Direkt am Federbach, quasi nah an seiner Kernkompetenz Wasser, wurde das Bildnis aufgestellt.

Und genau da soll es nach seiner erneuten Verlegung, die im Zuge der Sanierung des Bolzplatzes und der Neumodellierung des Uferbereichs geschehen soll, auch bleiben. Die Statue wird lediglich ans andere Ufer des Federbachs verlegt. Und vielleicht ist das ja auch ein gutes Omen: Im Federbach verlorengegangene Fußbälle, nasse Hosen durch unvorsichtiges Spiel am Bach oder gar Hochwasser dürften dank Nepomuks wachsamen Blick in dem Bereich fortan kein Thema sein. Yvonne Hauptmann

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