Totschlag oder Mord?
Totschlag oder Mord?
Heilbronn (lsw) - Die Plädoyers im Prozess um den Tod eines Siebenjährigen gegen dessen Pflegeoma vor dem Landgericht Heilbronn sind verschoben worden. Die Verteidigerin meldete sich am Montag krank. Der Vorsitzende Richter Roland Kleinschroth teilte mit, dass der Prozess am 18. Februar mit dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft fortgesetzt wird.

Damit verschiebt sich auch die zunächst für Mittwoch geplante Verkündung des Urteils. Die angeklagte ehemalige Krankenschwester aus Künzelsau (Hohenlohekreis) soll für den Tod eines ihr anvertrauten Jungen verantwortlich sein. Angeklagt war die 70-Jährige wegen Totschlags. Dafür liegt die Höchststrafe bei 15 Jahren. Die Staatsanwaltschaft könnte aber auch auf lebenslange Haft wegen Mordes plädieren. Anklagevertreter Harald Lust hatte angedeutet, es gebe Hinweise auf das Mordmerkmal niedere Beweggründe.
Der Junge war über viele Jahre regelmäßig bei der Pflegeoma, bei der er auch gelegentlich übernachtete. Ende April 2018 entdeckten die Eltern die Leiche ihres Kindes in der Badewanne in der Wohnung der abwesenden Frau. Ein Rechtsmediziner stellte fest, dass der Junge erwürgt wurde.

Zur Tatzeit keine schwere Depression gehabt

Ein Gutachter hatte ausgesagt, dass die Angeklagte zur Tatzeit wohl keine schwere Depression gehabt habe. Die Angeklagte machte erst gegen Ende des Prozesses Angaben zum Tathergang. Sie seien jedoch widersprüchlich gewesen, befand Richter Roland Kleinschroth.

Symbolfoto: dpa

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