Suche nach Kretschmann-Nachfolger schwierig
Suche nach Kretschmann-Nachfolger schwierig
Stuttgart (bjhw/lsw) - Entweder ganz oder gar nicht: Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) würde eine dritte Amtszeit voll ausfüllen und damit Baden-Württemberg regieren - sollte er noch einmal antreten und abermals gewählt werden.

Für eine weitere Spitzenkandidatur spreche, so der Grüne in einem Interview, "dass man in einer solchen Zeit, wo kein Stein auf dem anderen bleibt, wo eine Instabilität in der Welt die andere jagt, eine hohe Verantwortung hat, und wenn die Menschen nun mal das Vertrauen in mich haben, wie sie es offenkundig haben, will man dem auch gerecht werden". Er sehe ja, "dass aus der Bevölkerung, aus meiner Partei, viele wollen, dass ich noch mal antrete".

Dafür spricht, aus Sicht der inzwischen im Land erfolgsverwöhnten Grünen allerdings auch, wie unergiebig die Suche nach einem möglichen Nachfolger oder einer Nachfolgerin verläuft. Im Zuge der Abwahl von Freiburgs OB Dieter Salomon im vergangenen Jahr hatte Kretschmann selber öffentlich gemacht, den langjährigen politischen Weggefährten zweimal gefragt zu haben, ob er grüner Spitzenkandidat 2021 werden wolle. Der habe zweimal abgewinkt.

Genannt wurden und werden immer wieder Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, die nach dem Zulagen-Untersuchungsausschuss des Landtags aber angeschlagen ist; oder Finanzministerin Edith Sitzmann, die von vielen gerade in der eigenen Partei aber als nicht ausreichend bekannt und profiliert erachtet wird, um Regierungschefin zu werden; oder der frühere Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir, den Kretschmann selber besonders schätzt. "Das Thema verfolgt mich nur deshalb unentwegt, weil die Medien mich unentwegt danach fragen", bekennt der Ministerpräsident weiter. Bekannt ist allerdings, wie auch unabhängig von Journalistenfragen hinter verschlossenen Türen über die Nachfolge diskutiert wird. Und dass noch ein Name ist Spiel ist: der des grün-intern hochumstrittenen Tübinger OB Boris Palmer.

Das ganze Interview sowie einen ausführlicheren Bericht zu einer möglichen Nachfolgeregelung lesen Sie in der Dienstagsausgabe des Badischen Tagblatts und ab Dienstagmorgen, 4 Uhr, im E-Paper.

Foto: dpa

Impressum - Nutzungsbedingungen - Datenschutz