Dritter Hund an Giftköder gestorben?
Dritter Hund an Giftköder gestorben?

Rastatt (red) - Zwei Hunde sind vergangene Woche in Durmersheim und Iffezheim vermutlich aufgrund von Giftködern gestorben (wir berichteten). Am Montag teilte die Polizei nun mit: Ein dritter Hund ist in Steinmauern wahrscheinlich auf dieselbe grausame Art und Weise ums Leben gekommen.

Demnach war die Hundehalterin vergangenen Donnerstag mit ihrem Labrador auf einem Feldweg im Eichfeld spazieren. Zu Hause angelangt, übergab sich die Hündin. Trotz, dass die Besitzerin direkt zum Tierarzt eilte, überlebte der Labrador die mutmaßliche Vergiftung nicht. Die Beamten der Polizeihundeführerstaffel haben die Ermittlungen aufgenommen und suchen Zeugen (0 72 22) 76 10.

Die Polizei weist darauf hin, dass das Auslegen von Giftködern eine Straftat darstellt und eine hohe Strafe nach sich ziehen kann - auch eine Freiheitsstrafe sei nicht ausgeschlossen.

Verhaltenstipps beim Gassi gehen

Wie kann man vorbeugen, dass sich der eigene Hund beim Spazierengehen nicht vergiftet? Die Polizei hat einige Tipps zusammengestellt:

- "Erziehung schon im Welpenalter - kein Fressen unterwegs aufnehmen.

- Beobachten Sie Ihren Hund beim Spazierengehen - erziehen Sie ihn so, dass er auf Abruf sofort zu Ihnen kommt, zum Beispiel, wenn er etwas fressen will. Lassen Sie Ihren Hund nicht aus dem Blickfeld.

- Wenn bekannt ist, dass Giftköder in der Gegend ausgelegt werden, lassen Sie Ihren Hund angeleint, wenn Sie nicht ausschließen können, dass er fremdes Futter aufnimmt.

- Bieten Sie ihm genug Futter an.

- Meiden Sie Orte, an denen Giftköder gefunden wurden.

- Im Zweifel ziehen Sie Ihrem Hund einen Maulkorb oder Giftköderschutz an."

Wie erkenne ich, ob mein Haustier vergiftet wurde?

- Unruhe, Erbrechen (eventuell mit schaumiger Konsistenz)

- Durchfall

- Blasses Zahnfleisch

- Ungewöhnliche Pupillengröße, entweder stark verengt oder auch erweitert

- Blut im Urin

- Blut im Stuhlgang

- Krämpfe

- Muskelzittern

- Absinkende Körpertemperatur

- Apathie oder Bewusstlosigkeit

Was kann ich tun, wenn ich den Verdacht habe, dass der Hund Gift aufgenommen hat? Auch hierzu hat das Offenburger Polizeipräsidium einige hilfreiche Informationen zusammengefasst:

- "Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Hund Gift aufgenommen hat, nehmen Sie eine Probe des ausgelegten Köders mit. Ziehen Sie Handschuhe an.

- Beruhigen Sie Ihren Hund und sichern Sie ihn, dass er nicht wegläuft.

- Gehen Sie schnellstmöglich zum Tierarzt.

- Falls Ihr Hund bewusstlos ist, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage und halten Sie die Atemwege und Maul unbedingt frei."

Gefahr nicht nur für Tiere, sondern auch für Kleinkinder

Es werden nicht nur Hunde, Katzen, Füchse, Habichte, Falken, Bussarde oder auch andere bedrohte und besonders geschützte fleischfressende Tiere vergiftet oder durch präparierte Fleischstücke schwer verletzt, mitunter kann es auch Kleinkinder treffen. Auch Kadaver vergifteter Tiere sind weiterhin eine Gefahr.

Zusätzliche Informationen erhalten Betroffene bei der Notrufzentrale für Vergiftungen beim Universitätsklinikum Freiburg unter der Telefonnummer (07 61) 1 92 40 oder 2 70 43 61 (24 Stunden).

Symbolfoto: dpa

Impressum - Nutzungsbedingungen - Datenschutz