SWR-Gremien legen sich auf zwei Kandidaten fest
SWR-Gremien beraten über Kandidaten

Stuttgart (lsw/bjhw) - Das Rennen um die Nachfolge des SWR-Intendanten Peter Boudgoust entscheidet sich zwischen zwei Kandidaten. Zur Wahl stehen am 23. Mai die SWR-Landessenderdirektorin Baden-Württemberg, Stefanie Schneider, und der Chefredakteur von ARD-aktuell, Kai Gniffke.

Mit großer Mehrheit stimmten der Rundfunk- und der Verwaltungsrat des Südwestrundfunks am Freitag in Stuttgart für dieses Verfahren. Wie der SWR mitteilte, gab es 70 Ja-Stimmen, vier Enthaltungen und eine Gegenstimme.
Damit bleibt es bei der Kandidatenliste, die eine Arbeitsgruppe vorgeschlagen hatte. Diese Vorauswahl hatte für Streit gesorgt, weil andere Bewerber dort nicht berücksichtigt worden waren. Unter den 15 Bewerbern waren auch der NDR-Chefredakteur Andreas Cichowicz und der Leiter der SWR-Abteilung Multimediale Aktualität, Clemens Bratzler.
SWR-Intendant Boudgoust hatte im Dezember angekündigt, seinen Posten Mitte 2019 vorzeitig abzugeben. Seit 2007 leitet er die zweitgrößte ARD-Anstalt.

"Vertrauensvolle Atmosphäre"

Er freue sich, so Hans-Albert Stechl, der Vorsitzende des Verwaltungsrates nach der nichtöffentlichen Sitzung, "dass es uns gelungen ist, die Vorgehensweise und Motive der eingesetzten Arbeitsgruppe so zu vermitteln, dass am Ende nun ein so klares Ergebnis steht". Es sei in einer "ausgesprochen konstruktiven und vertrauensvollen Atmosphäre" beraten worden.

Wald bedauert Rückzug Büttners

Der Baden-Badener CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Wald, der im Rundfunkrat sitzt, begrüßte die Entscheidung auf BT-Anfrage ebenfalls. Und er wies Vorwürfe ausdrücklich zurück, das Verfahren zur Auswahl sei nicht transparent gewesen.Zugleich bedauerte Wald allerdings, dass Jan Büttner, der SWR-Verwaltungsdirektor, seine Bewerbung zurückgezogen hat. Büttner "ist ausgewiesener Kenner der zweitgrößten ARD-Anstalt", die künftig den Anspruch entwiickeln müsse, "eine größe Rolle innerhalb der ARD-Familie zuspielen", so Wald. Vor allem unter einzelnen CDU-nahen Gremienmitgliedern und in der CDU-Landtagsfraktion hatte die Entscheidung der Arbeitsgruppe für heftigen Ärger gesorgt, weil beide Bewerber dem grün-roten Spektrum zugerechnet werden.


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Foto: dpa

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