Pop-up-Stores in Rastatt nicht willkommen
Pop-up-Stores in Rastatt nicht willkommen
Rastatt (dm) - Citymanager Johannes Flau hält nichts davon, sich um Pop-up-Stores zu bemühen, um leer stehende Ladengeschäfte in der Rastatter Innenstadt kurzfristig zu beleben. Ziel sei es vielmehr, dauerhafte Mieter in die Läden zu bekommen.

Bei Pop-up-Stores (pop up = plötzlich auftauchen) handelt es sich um provisorische Einzelhandelsgeschäfte, die vorübergehend in leerstehenden Räumen betrieben werden. Eine Geschäftsfläche kann an einem Tag noch Pop-up-Verkauf beherbergen und einen Tag oder wenige Wochen später bereits wieder anderweitig genutzt sein. Das Warenangebot entspricht meist dem einer Boutique, kann aber auch einem Lagerverkauf ähneln.

Dabei handele es sich in erster Linie um ein Vertriebs- und Marketinginstrument, nicht um eine wirkliche Leerstandslösung, so Flaus Argumentation. In großen Städten nutzten dies trendige Labels für gewinnbringenden Abverkauf ihrer Marken, kleinere oder mittelgroße Städte wie Rastatt seien für solche Labels aber von geringem Interesse.

Furcht vor Abwärtsspirale

Es wäre zu erwarten, dass hier wiederum weniger gewünschte Billigmarken in Pop-up-Stores Einzug halten würden. "Dieser Lösungsansatz scheint mir nicht der richtige zu sein", so Flau - ebenso wenig zielführend sei ein damit verbundener ständiger Wechsel in den Geschäften. Eigentümer befürchteten dadurch einen sogenannten Downgrading-Effekt, also eine qualitative Abwärtsspirale, so der Citymanager. Nach wie vor gebe es für Rastatt Anfragen, Ladenflächen dauerhaft zu vermieten - auch wenn dem einen oder anderen das Sortiment nicht zusagen mag. Langfristigkeit bleibe der Lösungsansatz, betont Flau.

Jüngste Neuerungen: In der ehemaligen Post-Apotheke hat ein Mobiltelefon-Laden geöffnet, in den früheren Pelz-Meinzer-Räumen ist das Modegeschäft "Wow" eingezogen, und im ehemaligen Modehaus Durm residiert nun der Textildiscounter NKD. Ernstings Familiy baut derzeit seine und die Räume der benachbarten früheren S-Oliver-Filiale um, um eine entsprechend größere Ladenfläche zu eröffnen. Leer stehen in Post- und Kaiserstraße die ehemaligen Geschäfte von Bonita, Klagmann und Gerry Weber.

Impressum - Nutzungsbedingungen - Datenschutz