Deutlich mehr tödliche Radunfälle
Deutlich mehr tödliche Radunfälle
Berlin (dpa) - Im vorigen Jahr sind auf Deutschlands Straßen 445 Radfahrer ums Leben gekommen, darunter 89 auf sogenannten Pedelecs (E-Bikes). Das waren 15 Prozent mehr Unfälle als im Jahr zuvor, bei den Pedelecs lag der Anstieg 2018 sogar bei 27 Prozent, wie aus vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht.

Der Anstieg lag nicht nur am langen Sommer: Immer mehr Radfahrer müssen mit Auto- und Lkw-Fahrern um den knappen Platz auf den Straßen kämpfen - vor allem in den Städten. 2018 wurden 4,2 Millionen Fahrräder in Deutschland verkauft, der zweithöchste Wert in diesem Jahrzehnt. Jedes vierte neue Fahrrad ist ein Elektrorad.

Der Unfallforscher Siegfried Brockmann rechnet in diesem Jahr mit noch mehr Verkehrstoten. "Es gibt immer mehr Radfahrer, mehr Pedelecs und demnächst noch zusätzlich E-Scooter. Man sollte annehmen, dass die Infrastruktur den neuen Entwicklungen vorauseilt und nicht nur folgt. Aber von beidem sind wir sehr weit entfernt", sagt der Leiter des Instituts Unfallforschung der Versicherer (UDV). Die Tendenz sei daher voraussichtlich weiter negativ, so Brockmann. "Es sei denn, wir haben einen ganz furchtbaren Sommer und niemand fährt Rad."

Symbolfoto: dpa

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