Prozess zum "Rappen"-Großbrand
Prozess zum 'Rappen'-Großbrand
Rastatt/Baden-Baden (red) - Der Großbrand im "Rappen"-Gebäude im Herzen Rastatts im vergangenen Jahr hat jetzt ein juristisches Nachspiel. Die 2. Große Strafkammer des Landgerichts Baden-Baden verhandelt ab der kommenden Woche gegen einen 26-jährigen deutschen Staatsangehörigen, dem ein Verbrechen der besonders schweren Brandstiftung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in drei tateinheitlichen Fällen und mit fahrlässiger Körperverletzung zur Last gelegt wird.

Dem mehrfach vorbestraften Angeklagten wird laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, in den frühen Morgenstunden des 18. September in seiner Wohnung in der Rappenstraße vorsätzlich einen Brand gelegt zu haben. Dabei habe er gewusst, dass zu diesem Zeitpunkt noch weitere Personen in dem Gebäude schliefen.

Laut Strafverfolgungsbehörde schloss der Täter die Wohnung ab, verließ das Anwesen und meldete eine halbe Stunde später anonym über den Notruf den Brand. In der Zwischenzeit hatte einer der Mitbewohner bereits Rauch festgestellt und begonnen, weitere Personen zu warnen. Mehrere Polizeistreifen eilten nach dem Notruf zu dem Brandort.

Unter erheblicher Eigengefährdung leiteten die Polizeibeamten in dem brennenden Gebäude Rettungsmaßnahmen ein. Es gab eine starke Rauchentwicklung, der Brand entwickelte sich schnell zu einem Vollbrand, sodass Löscharbeiten nur noch von außen möglich waren.

Da das Feuer auf Nachbargebäude überzugreifen drohte, mussten 69 Personen evakuiert werden. Mehrere Personen wurden durch das Geschehen verletzt, an dem Gebäude entstand Sachschaden in Höhe von rund 616.000 Euro, an einem der Nachbargebäude Sachschaden in Höhe von etwa 100.000 Euro. Der Angeklagte, der die Tat im Wesentlichen bestreitet, war zunächst untergetaucht. Er konnte sechs Tage nach dem Brand verhaftet werden und sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft.

Archivfoto: ema

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