Bischweierer Friedhof wandelt sich
Bischweierer Friedhof wandelt sich
Bischweier (ar) - Unter dem Titel "Friedhof Bischweier 2030" wurde jüngst in einem Workshop gemeinsam mit dem Gemeinderat Bischweier und dem Landschaftsarchitekten Leopold Sztatecsny ein Raumkonzept entwickelt, das langfristig den Bedarf und die Nachfrage für die letzte Ruhestätte im Ort decken soll.

Trend geht zu Urnenbestattungen

Die Bestattungskultur habe sich geändert, sagte Sztatecsny, denn der Trend gehe seit Jahren zunehmend über zu Urnenbestattungen sowie zu Bestattungsformen, die mit geringem Pflegeaufwand verbunden seien und eine Nähe zur Natur hätten.

Barrierefreier Zugang zu neu angelegten Gräbern

Der parkähnliche Charakter mit großem Baumbestand soll jedoch auf dem Friedhof in Bischweier erhalten bleiben, betonte der Landschaftsarchitekt. Das in der Sitzung vorgestellte Raumkonzept zur Erweiterung und Neuanlage von Grabstätten sieht auch den barrierefreien Zugang zu den neu angelegten Gräbern vor, damit diese auch für Rollatoren frei zugänglich sind.

Kolumbarien vor gesehen

Das Raumkonzept, das auf der Grundlage der Ergebnisse des Workshops erarbeitet wurde, sieht auch die Anlage von neuen, stark nachgefragten Kolumbarien sowie Urnenerdgräbern vor. "Hier herrscht vordringlicher Handlungsbedarf", so Sztatecsny.

Im nordwestlichen Teil des Friedhofs könne er sich die Anlage von Urnenbaumgräbern, halbanonymen Urnengräbern in einer Blumenwiese sowie ein gärtnergepflegtes Grabfeld mit Weg und Kolumbarien vorstellen, an deren Weg entlang einige Sitzbänke aufgestellt werden.

Idee eines "Sternengartens"

Bereits in Auftrag gegeben sind ergänzende Kolumbarien mit acht Kammern. Wie Bürgermeister Robert Wein äußerte, werde man voraussichtlich in diesem Jahr noch weitere zehn Kammern benötigen. Zusätzlich könnte die Idee eines sogenannten "Sternengartens" für tot zur Welt gekommene Kinder aufgenommen werden. Auf Vorschlag von Andrea Balduin-Schober (SPD) wird noch über die Genehmigung von selbstauflösenden Urnen nachgedacht.

Sanierung der Wasserentnahmestellen

Weiterhin sieht der Plan die Sanierung und Neugestaltung der vorhandenen Wasserentnahmestellen und eine Optimierung der Lourdesgrotte vor. Die östlich der Einsegnungshalle befindlichen Kriegsgräber seien nicht Bestandteil des Konzepts, bemerkte Sztatecsny. Eingebunden sind jedoch die Erweiterung des Vorplatzes der Einsegnungshalle sowie eine entsprechende Teilüberdachung.

Gesamtkosten belaufen sich auf rund 281.000 Euro netto

Die Gesamtkosten für die Realisierung des Konzepts einschließlich der Maßnahme an der Einsegnungshalle belaufen sich auf rund 281.000 Euro netto. Die Maßnahmen sollen Ende des Jahres ausgeschrieben und im Frühjahr 2020 umgesetzt werden. Einvernehmlich billigte das Ratsgremium das Konzept und die Bereitstellung von insgesamt 80.000 Euro im Haushaltsplan 2019.

Foto: Gangl

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