Tödlicher Unfall: Prozess beginnt
Tödlicher Unfall: Prozess beginnt
Gaggenau (ml) - Vor dem Amtsgericht (Schöffengericht) Rastatt beginnt am Montag, 29. April, der Prozess gegen den mutmaßlichen Verursacher des Unfalls, bei dem am 13. Juli vergangenen Jahres in der Gaggenauer Goethestraße eine 54-Jährige und ihr sieben Monate alter Enkel ums Leben kamen. Der Fahrer des Wagens, der die beiden erfasst hatte, war danach geflüchtet.

Die Frau war an jenem Freitagabend auf dem Gehweg neben der Goethestraße unterwegs, als sie und ihr im Kinderwagen liegender Enkel gegen 21 Uhr nahe des Bildungszentrums von Mercedes-Benz von einem von der Fahrbahn abgekommenen Auto erfasst wurden. Beide starben - die Frau sofort und das Kind wenig später in einer Karlsruher Klinik, in die es mit einem Rettungshubschrauber gebracht worden war.

Der Verursacher fuhr weiter. Allerdings fand die Polizei am Unfallort das vordere Nummernschild eines Renault. Es war offenbar durch die Wucht des Aufpralls abgerissen worden und blieb auf der Fahrbahn zurück.

Bei Bekanntem angetroffen

Die Polizei ermittelte den Halter und traf diesen etwa zweieinhalb Stunden nach dem Unfall bei einem Bekannten an. Die Ermittler gehen davon aus, dass er den Wagen unter dem Einfluss von Alkohol und Cannabis gesteuert und direkt nach dem Unfall in der Nähe seiner Wohnung abgestellt habe, ehe er sich bei dem Bekannten versteckt habe.

Gericht lässt Anklagen zu

Die Staatsanwaltschaft reichte am 26. September 2018 zwei Anklageschriften beim Schöffengericht Rastatt ein, das Amtsgericht ließ diese zu. Darin wird dem zum Unfallzeitpunkt 47-jährigen Deutschen zum einen vorgeworfen, in Kenntnis seiner alkohol- und drogenbedingten Fahruntauglichkeit am Straßenverkehr teilgenommen und hierbei den Tod zweier Menschen verursacht zu haben, zum anderen sich nach dem Unfallereignis unerlaubt vom Unfallort entfernt zu haben. In der weiteren Anklageschrift wird dem Beschuldigten der unerlaubte Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zur Last gelegt.

27 Zeugen und zwei Sachverständige

Das Schöffengericht Rastatt hat beide Anklagen zur gemeinsamen Verhandlung verbunden. Für die Hauptverhandlung, zu der 27 Zeugen und zwei Sachverständige geladen wurden, sind insgesamt drei Sitzungstage vorgesehen. Die Hauptverhandlung beginnt am Montag, 29. April, um 9 Uhr im Saal 151 des Amtsgerichts (im Rastatter Schloss). Fortsetzungstermine sind auf Montag, 13. Mai, und Freitag, 17. Mai, jeweils ab 9 Uhr bestimmt, kündigte das Amtsgericht Rastatt an.

Große Anteilnahme

Der schreckliche Unfall löste in Gaggenau große Betroffenheit aus. Blumen, Kerzen und Stofftiere säumten tagelang den Bereich der Unfallstelle, zudem wurde für die Familie der Opfer gesammelt. Auch das Medieninteresse war enorm - und dürfte es am kommenden Montag erneut sein.

Foto: Jahn/ av

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