Keine Ermittlung gegen Jugendamt
Keine Ermittlung gegen Jugendamt
Freiburg (lsw) - Im Fall des jahrelangen Missbrauchs eines Kindes in Staufen bei Freiburg hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen den zuständigen Mitarbeiter des Jugendamtes eingestellt. Es seien bei der umfangreichen Überprüfung des Falls keine Hinweise auf eine strafrechtliche Mitverantwortung des Beamten gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft Freiburg am Donnerstag in Freiburg mit.

Es werde daher gegen Mitarbeiter des Jugendamtes kein Strafverfahren geben. Die Ermittler waren aktiv geworden, nachdem es mehrere Anzeigen gegen den zuständigen Beamten des Jugendamtes gegeben hatte.

Behörde laut eigenen Angaben nicht reagiert

Der aus Staufen stammende und heute zehn Jahre alte Junge war den Angaben zufolge mehr als zwei Jahre lang von seiner Mutter und deren Lebensgefährten Männern aus dem In- und Ausland zum Vergewaltigen überlassen worden. Das Paar hatte sich auch selbst jahrelang an dem Jungen vergangen. Das Kind stand damals unter der Aufsicht des Jugendamtes. Auf Warnhinweise einer Lehrerin und eines Schulleiters hatte die Behörde eigenen Angaben zufolge damals nicht reagiert.

Fall löst Debatte über Justizversagen aus

Der Fall hatte eine Debatte über mögliches Behörden- und Justizversagen ausgelöst. Die Mutter, ihr Lebensgefährte sowie sechs Männer wurden im vergangenen Jahr zu jeweils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, einige von ihnen mit anschließender Sicherungsverwahrung.

Foto: Arno Burgi/dpa

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