Ärzte aus Mittelbaden im Streik
Ärzte aus Mittelbaden im Streik
Stuttgart (lsw/red) - Mehrere Hundert Ärzte aus kommunalen Krankenhäusern im Südwesten sind einer Mitteilung zufolge dem Warnstreik-Aufruf des Marburger Bundes gefolgt und haben am Dienstag ihre Arbeit niedergelegt. Vom Streik betroffen sind auch das Klinikum Mittelbaden an den Standorten Baden-Baden/Bühl und Rastatt/Forbach sowie das Klinikum Karlsruhe.

Klinikum Mittelbaden: Mindestens 45 Ärzte im Streik

Laut Angaben des Klinikums Mittelbaden befanden sich 18 Ärzte der Klinik Balg und sieben Ärzte des Klinikums Bühl im Warnstreik.

Auch das Krankenhaus in Rastatt blieb nicht verschont: So beteiligten sich 20 der Rastatter Ärzte an dem Streik. In der Klinik Forbach haben nach jetzigem Kenntnisstand keine Ärzte ihre Arbeit niedergelegt. Allerdings konnten nur Angaben zu den Ärzten gemacht werden, die im Dienstplan eigentlich vorgesehen waren, aber nicht zur Arbeit erschienen sind, so Pressesprecherin Sybille Müller-Zuber. Wenn sich Kollegen aus der Freizeit heraus beteiligen, wisse die Klinik das nicht.

26 Operationen verschoben

Aufgrund des Personalmangels musste das Klinikum Baden-Baden/Bühl insgesamt 18 Operationen verschieben, davon neun in Balg und neun in Bühl. Im Krankenhaus Rastatt/Forbach fielen acht geplante Operationen aus, betroffen war ausschließlich der Standort Rastatt. Somit wurden insgesamt 26 Eingriffe abgesagt.

Die Ärzte machen vor der vierten Verhandlungsrunde Druck auf die kommunalen Arbeitgeber. Wie die Gewerkschaft am Dienstag weiter mitteilte, wird am 2. und 3. Mai in Berlin weiter verhandelt. Inhaltlich sei man sich noch nicht näher gekommen.

Karlsruher Klinikum zum Warnstreik aufgerufen

Im Zuge der laufenden Tarifauseinandersetzung hat die Ärztegewerkschaft Marburger Bund auch die ärztlichen Beschäftigten des Städtischen Klinikums Karlsruhe für Dienstag zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen (wir berichteten).

Notfallversorgung sichergestellt

Im Rahmen einer Notdienstvereinbarung zwischen den Vertretern des Marburger Bundes und dem Klinikum sei aber sichergestellt, dass Notfallbehandlungen und Notoperationen durchgeführt werden, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Forderung nach mehr Geld und Entlastung der Mediziner

Die Gewerkschaft fordert neben fünf Prozent mehr Geld eine Entlastung der Mediziner. Darunter fallen zwei freie Wochenenden im Monat und eine Deckelung der Zahl der Bereitschaftsdienste pro Monat, erläuterte ein Gewerkschaftssprecher. Überdies soll eine elektronische "manipulationsfreie" Arbeitszeiterfassung die tatsächlich geleistete Arbeitszeit registrieren und die Mediziner nicht automatisch nach acht Stunden ausstempeln.

1.000 Menschen zur Kundgebung in Stuttgart erwartet

Zu der zentralen Kundgebung mit dem Landeschef des Marburger Bundes, Frank Reuther, wurden in Stuttgart 1.000 Menschen erwartet. Die Ärzte hatten bereits am 10. April ihre Arbeit vorübergehend niedergelegt.

In den vom ganztägigen Ausstand betroffenen Kliniken wurden Vereinbarungen getroffen, um Notfälle ärztlich versorgen zu können. Der Marburger Bund im Südwesten gehört mit 16.000 organisierten Medizinern zu den mitgliederstärksten Landesverbänden.

Foto: Carsten Rehder/dpa

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