Vier Fragen an: Denis Langen
Denis Langen. Foto: Waldorfschule Rastatt
Rastatt - Es gibt viele Klischees über sie, manche schwören auf das Konzept, andere lehnen sie ab: die Rede ist von der Waldorfschule. Vor 100 Jahren, am 7. September 1919, eröffnete auf der Uhlandhöhe in Stuttgart die erste ihrer Art. Heute sind es über 1.100 Waldorfschulen weltweit. Zum 100. Geburtstag der Waldorfbewegung hat sich BT-Volontär Marvin Lauser mit dem Waldorf-Pädagogen Denis Langen getroffen. Er organisiert in Rastatt die Feierlichkeiten zum Doppelgeburtstag, denn hier wird nicht nur "Waldorf 100" sondern auch 21 Jahre Freie Waldorfschule Rastatt gefeiert. Langen, der 1965 geboren und in Esslingen aufgewachsen ist, ist seit 1990 Waldorfschullehrer. Er unterrichtet seit 2000 in Rastatt. Aktuell ist er Klassenlehrer der achten Klasse.

BT: Herr Langen, können Sie das Konzept der Waldorf-Pädagogik kurz erklären?

Denis Langen: Die Waldorf-Pädagogik nimmt die Entwicklungsstufe des Kindes als Grundlage für den Lehrplan und seine Methodik. Sie betrachtet jeden Menschen ganzheitlich (und in seiner Dreiteilung Oben - Mitte - Unten). Das Motto ist Lernen mit allen Sinnen: Mit Herz, Hand und Kopf.

BT: 2019 wird 100 Jahre Waldorf-Pädagogik begangen - was unternimmt die Freie Waldorfschule Rastatt in diesem Rahmen?

Langen: Es gibt mehrere Großprojekte: unter anderem ein Laufprojekt durch Deutschland, das Projekt "Bees & Trees", das Aufmerksamkeit auf das Bienensterben lenken und Bewusstsein für die Problematik schaffen soll, den "Kartentausch", eine Postkarten-Aktion, an der über 1.000 Waldorfschulen weltweit mitmachen und den anderen Schulen je eine Postkarte zuschicken. Großer Abschluss der das ganze Jahr andauernden Aktionen und Feierlichkeiten ist am 19. September im Tempodrom in Berlin. Anschließend hat unsere Waldorfschule gleich doppelten Grund zum Feiern: Am 21. und 22. September feiert die Freie Waldorfschule Rastatt ihr 21-jähriges Bestehen und 100 Jahre Waldorfbewegung im Bürgersaal der Rastatter Reithalle. Dort gibt es öffentliche Vorträge zur Digitalisierung, Workshops und eine Podiumsdiskussion zum Thema "Wie sollte die Schule der Zukunft aussehen?".

BT: Warum sind Sie Waldorf-Pädagoge geworden?

Langen: Ich bin Waldorf-Pädagoge geworden, weil ich etwas mit Kindern machen wollte. Denn es sind die jungen Menschen, die auf diese Erde kommen, um sie zu gestalten. Ihnen möchte ich etwas mit auf ihren Lebensweg geben. In der Waldorf-Pädagogik erlebe ich, dass der Mensch, egal welcher Herkunft, als Mensch angesehen und gewürdigt wird.

BT: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Langen: Dass es noch viel mehr darum geht, in den heranwachsenden Menschen zu erkennen, was man fördern kann. Zu erkennen, was die Menschen leisten und verändern möchten und man ihnen dabei hilft, das zu finden, warum sie hier auf der Erde sind.

Vier Fragen an:

"Vier Fragen an:" ist eine Reihe der BT-Onlineredaktion. Die vier Fragen richten sich an Menschen, die gerade im Fokus stehen, etwas Interessantes erlebt oder zu erzählen haben oder aufgrund ihrer Tätigkeit interessant sind. Die Beiträge der Reihe werden sonntags um 8 Uhr auf der Homepage des Badischen Tagblatts veröffentlicht.

Foto: Lauser

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