72 Stunden für eine bessere Welt
72 Stunden für eine bessere Welt
Gaggenau (red) - Es geht los: Mit einer Auftaktveranstaltung hat am Donnerstag um 17.07 Uhr auf dem Gaggenauer Marktplatz die 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Region begonnen. Rund 830 Kinder und Jugendliche werden sich engagieren.

Die bundesweit stattfindende Sozialaktion des BDKJ ist eine Neuauflage der erfolgreichen Premiere, die 2013 stattfand. 72 Stunden haben Jugendgruppen Zeit, um ein Projekt zu realisieren, das der Allgemeinheit dient. Die konkreten Aufgaben sind dabei breit gestreut. Die teilnehmenden Gruppen konnten entweder ein eigenes Projekt vorschlagen oder erhielten zum Start eine Aufgabe mitgeteilt. Bundesweit beteiligen sich rund 3.300 Aktionsgruppen mit etwa 80.000 Aktiven. Teilnehmen können nicht nur katholische Jugendgruppen.

In der Region wird die Aktion von den Dekanaten Rastatt und Baden-Baden betreut.

Aktionen im Raum Rastatt

Ganze 19 Projekte werden im Zuständigkeitsgebiet des Dekanats Rastatt zwischen Durmersheim und Forbach verwirklicht, rund 550 Kinder und Jugendliche krempeln hierfür die Ärmel hoch - vom Seniorennachmittag über Vogelschutz bis zum Spielplatzneubau reicht die Projektpalette.

Besonderheit: Es engagieren sich dabei nicht nur katholische Jugendgruppen: In Rastatt macht die Jugendarrestanstalt bei der großen Sozialaktion mit. Deren Insassen entfernen Graffiti-Schmierereien im Stadtgebiet, ehe sie am Sonntag dann künstlerisch kreativ werden dürfen. Und in Kuppenheim schreitet unabhängig von einer Kirchengemeinde ein Freundeskreis namens "Badner Bautrupp" zur Tat, um am Waldkindergarten Nestschaukel, Weidentipi, Schaukästen und einen Adlerhorst zu errichten.

In Rastatt plant und veranstaltet die Jugend des Bildungshauses St. Bernhard für Freitag, 14 Uhr, einen Seniorennachmittag. Ministranten aus Herz Jesu verschönern das Außengelände des Kindergartens St. Franziskus im Münchfeld, unter anderem ein Barfußweg ist vorgesehen. Weitere Rastatter Ministranten gestalten das Außengelände der Flüchtlingsunterkunft auf Merzeau neu; der Bau einer Terrasse ist geplant.

Die KJG Plittersdorf baut Relaxliegen am Rhein auf und gestaltet eine Mauer auf dem Kirchengelände. Die Niederbühler Ministranten wiederum bauen und installieren Nistkästen für verschiedene Vogelarten. Die Kolpingjugend Iffezheim hat sich den kompletten Neubau eines Spielplatzes an der alten Bahnhofsanlage auf die Fahnen geschrieben - dabei soll auch die Geschichte des Orts aufgegriffen werden. In Ötigheim gestalten die Ministranten einen Demenzgarten am Seniorenzentrum, Baumpflanzung inklusive. Die KJG Bietigheim spuckt in die Hände, um den Kindergarten St. Gabriel zu renovieren. Die Ministranten von St. Bernhard Durmersheim wiederum haben die Aufgabe, am Sonntag nach dem Gottesdienst ein faires und regionales Frühstück zu veranstalten.

In Muggensturm tun sich die örtliche KJG sowie die Ministranten Muggensturm/Oberweier zusammen, um das Außengelände des Seniorendomizils Haus Sibylla zum Beispiel durch den Bau einer Pergola zu gestalten. Die Ministranten von Kuppenheim, Oberndorf und Bischweier wiederum richten eine Rallye und ein Fest in Kooperation mit der Lebenshilfe aus.

Aktionen im Raum Murgtal

Die Minis der Seelsorgeeinheit Gaggenau haben den Auftrag, das Außengelände der Bärlochhütte des Vereins Kindgenau zu gestalten und erlebnispädagogische Spielelemente zu bauen. In Ottenau ist der Pfadfinderstamm John Rabe zugange, um das Außengelände des Helmut-Dahringer-Hauses unter anderem mit Hochbeeten zu verschönern. Und die Jugend der örtlichen Seelsorgeeinheit legt Blühstreifen zur Förderung der Insekten in Hörden, Selbach, Ottenau und Sulzbach an.

In der Seelsorgeeinheit Gernsbach arbeiten junge Leute an Erhaltung und Renovierung der Zehntscheuer mit und erleben dabei zugleich Gernsbacher Geschichte. Große Geräte auffahren muss die Aktionsgruppe Weisenbach/Au, die Relaxliegen und Hinweisschilder an bestimmten Aussichtspunkten in Weisenbach aufbaut. Engagierte Jugendliche aus der Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach gehen in Wald und Flur bei Forbach den Abriss und Neubau der Tiroler Heuhütte an.

Aktionen im Raum Baden-Baden/Rebland

Im Bereich Baden-Baden (inklusive Rebland und Sinzheim) beteiligen sich sieben Gruppen mit 142 Teilnehmern an der Aktion.

Zwei Gruppen aus Sinzheim haben die "Do-it"-Variante gewählt. So wussten die Mitglieder vom Bauwagen Halberstung bereits, dass sie innerhalb der 72 Stunden neue Spielmöglichkeiten für Kleinkinder auf dem Spielplatz bei der Halberstunger Bürgerbegegnungsstätte schaffen werden. Und auch die Jungsänger des Kartunger Männergesangvereins (MGV) konnten schon Vorbereitungen für den Bau der rund 25 Quadratmeter großen Hütte im Hof des Kindergartens Kartung treffen. Seit 17.07 Uhr wissen nun auch die beiden anderen Sinzheimer Gruppen, was sie bewerkstelligen müssen. Minis and Friends werden drei Tage lang zusammen mit Flüchtlingsfamilien kochen und ein Kochbuch erstellen; Firmung, Ferienlager and Friends gestalten den Schulgarten der Sinzheimer Realschule neu.

Auch die katholische junge Gemeinde (KjG) Rebland hatte sich für die "Get-it"-Variante entschieden. Sie erfuhren am zum Auftakt, dass sie Arbeiten an der Fatima-Kapelle in Eisental zu verrichten haben und zusätzlich ein Barfußpfad und ein Tretbecken instand setzen müssen. Die Gruppe "Gänseblümchen" (Ministranten und Kolpingjugend Baden-Oos, Sandweier und Haueneberstein) hat bis Sonntag Zeit, den Innenhof der Caritas-Kindertagesstätte in Baden-Baden umzugestalten; in dieser Zeit müssen die "Hoch-hinaus!"-Minis der Baden-Badener Seelsorgeeinheit das Außengelände des Kindergartens Ache Noah gestalten.

Aktionen im Raum Bühl

Rund 140 Teilnehmer sind in Bühl, Bühlertal, Ottersweier und Rheinmünster aktiv. Auch im Bühler Raum haben einige der Aktionsgruppen ihr Projekt erst mit dem offiziellen Startschuss der Sozialaktion zugewiesen bekommen. Andere, wie etwa die Jugendlichen der Seelsorgeeinheit Ottersweier, haben ihr Projekt schon im Vorfeld selbst vorgeschlagen: Rund 40 junge Menschen aus Ottersweier, Unzhurst und Neusatz schrauben und werkeln rund um die Uhr, um die Mobilität zwischen den Dörfern durch sogenannte "Mitfahrbänke" weiterzuentwickeln.

Der DPSG Stamm Löwenherz Rheinmünster, der mit etwa 30 Leuten an den Start geht, beschäftigt sich bis Sonntag mit einem ökologischen Projekt im gesamten Ort Rheinmünster. In Bühlertal wird es bunt: Dort tauchen die Ministranten in Kooperation mit der Kolpingfamilie ihre Pinsel in die Farbeimer und streichen zwei Fußgängerunterführungen um.

Kräftig zupacken müssen auch die Ministranten der Seelsorgeeinheit Rheinmünster/Lichtental. Ihre Aufgabe ist es, im Garten des Seniorenzentrums Curatio Rheinmünster einen "Ort der Besinnung" anzulegen. Ein ähnliches Projekt wurde auch der Pfarrjugend St. Peter und Paul Bühl zugeteilt: Die rund 25 Jugendlichen widmen sich in den kommenden Stunden der Gartengestaltung im Veronikaheim in Bühl. Zusätzlich inszenieren sie ein Theaterstück für demenzkranke Menschen, das sie am Sonntag zum Abschluss der 72-Stunden-Aktion im Heim vorführen.

Foto: Thomas Senger

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